ER hatte leichtes Spiel... Über die App Snapchat kann sich Ilker N. der damals 12-Jährigen nähern...ihr Vertrauen gewinnen...
Sein Anwalt rät dem 48-Jährigen von einem Interview mit uns ab.
Der Vorwurf wiegt schwer: Auf der Plattform Snapchat gibt sich Ilker N. als 16-Jähriger aus. So lernt er die 12-Jährige kennen. Fängt an, mit ihr zu chatten.
Silke Jacob, Staatsanwaltschaft Erfurt
"um dann irgendwann mal sich als 32-jähriger zu outen, weil die Merkmale eines 16-Jährigen dann doch nicht auf den Fotos zu sehen wa-ren. Also er erschien dann doch älter und hat sozusagen der (...) der Geschädigten vorgegaukelt, er würde sie lieben und würde sich tatsächlich für sie interessieren."
Später fordert Ilker N. das Mädchen auf, ihm Nacktfotos zu schicken.
Er bekommt, was er will... Und: Er schafft es, dass sich die 12-Jährige sogar mit ihm trifft. In einem Hotelzimmer missbraucht er schließlich die Schülerin.
Das gesteht Ilker N. heute unter Tränen vor Gericht.
"Um auch dem Mädchen eine Aussage zu sparen. Und er gab zu, dass es anfänglich um sexualisierte Bilder gegangen ist, die er von den Mädchen verlangt hat. Und später sei es dann in einer Spirale dazu gekommen, dass er sich mit ihr getroffen hat und sie sexuell missbraucht habe."
Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Snapchat ist eigentlich dazu gedacht, mit engen Freunden in Kontakt zu bleiben. Aber: Es gibt auch Schlupflöcher für Fremde:
Silke Jacob, Staatsanwaltschaft Erfurt
"Eine Botschaft an die Eltern, die ja auch meistens in meiner Generation sind und mit Internet nicht so aufgewachsen sind wie unsere Kinder jetzt, wäre es, sich einfach zu informieren und sich aufklären zu lassen, wie man sozusagen auch die Kinder gut beraten kann."
Bei einer Verurteilung drohen dem Angeklagten bis zu 15 Jahre Gefängnis. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs.
Verteidiger
"Mein Mandant hat nach der Tat bereits in der Haft sehr früh begonnen mit der Tataufarbeitung, hat sich auch in entsprechende Behandlung begeben, hat an einer Therapie teilgenommen. Und da war es ihm natürlich auch wichtig, denn ein paar persönliche Worte an die Mutter zu richten. Dass es ihm leidtut, dass er das bedauert"
Schon jetzt sitzt der 48-Jährige wegen einer ähnlichen Tat eine sechseinhalbjährige Haftstrafe ab. Trotz aller angeblicher Reue wird er also viele, viele Jahre im Gefängnis verbringen.