Eva Szepesi ist 12 Jahre alt, als sie nach Auschwitz kommt.
Lange kann sie über das erlebte nicht sprechen - inzwischen engagiert sie sich gegen Ausgrenzung und Antisemitismus.
Wir treffen sie bei sich zuhause in Frankfurt.
Eva Szepesi : „Es ist nicht einfach. Darum sage ich als Botschaft für die Jugendlichen, sich darüber zu informieren. Und wenn ihnen Ungerechtigkeit passiert, dann sollen sie nicht schweigen. Damit die Demokratie aufrechterhalten wird.“
Während der Zeit des Nationalsozialismus werden rund sechs Millionen Juden systematisch umgebracht und
In Konzentrationslagern unmenschlich behandelt.
Auch Sinti und Roma, Homosexuelle oder Menschen mit Behinderung wurden in Arbeits- und Konzentrationslagern von den Nazis getötet.
Eva Szepesi : „Meine Hände waren gefroren und aufgeplatzt und ich wollte in den Waschraum meine Hände waschen. Und da kam die Aufseherin und hat mich angeschrien, der Gong sei noch nicht ertönt und was mir einfallen würde. Und so gingen die Tage.“
Deportiert wird Eva Szepesi aus der Slowakei – Ihre Familie sieht sie nie wieder – Ihre Eltern und Ihr Bruder werden ermordet.
Heute, am 27. Januar ist der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus.
Vergangenes Jahr spricht sie dazu im Deutschen Bundestag – der Holocaust, oder auch Shoah wie die Juden die systematische Vernichtung nennen, sei eine Mahnung an uns alle.
Eva Szepesi : „Die Shoah begann nicht mit Auschwitz. Sie begann mit Worten und dem Wegschauen der Gesellschaft.“
Dass jüdische Schulen und Kindergärten Polizeischutz brauchen.
Dass sich die Gesellschaft momentan verändert und rechte Parteien dazugewinnen, all das macht der heute 92-Jährigen Angst.
Eva Szepesi : „Ich habe Angst um meine Enkelkinder, um meine Urenkelkinder. Da muss man dagegen was tun.“
Und zwar ganz konkret:
Eva Szepesi : "Im Restaurant am Nebentisch, wenn man da antisemitische Äußerungen hört… Einmischen nicht schweigen.“
Das sei unfassbar wichtig, sagt die Frankfurterin Eva Szepesi.
Damit sich so etwas wie der Holocaust nie mehr wiederholt.