An dieser Schnellstraße bei über 30 Grad im Schatten. Im Westen Portugals findet Alexandre Quintas die beiden kleinen Kinder verängstigt und offenbar völlig auf sich gestellt.
Im Rückspiegel habe ich gesehen, wie sie auf mich zugerannt kamen, schreiend, weinend und sichtlich aufgelöst.
Der Autofahrer nimmt die Brüder mit zu sich und ruft die Polizei. Die Kinder berichten, dass sie vier und fünf Jahre alt sind. Aus Frankreich kommen und zeigen ihre Rucksäcke.
In dem Moment, als ich sah, wie ihre Rucksäcke gepackt waren, wusste ich, dass sie ausgesetzt worden waren. Sie hatten Wechselkleidung, eine Packung Kekse, zwei Stück Obst und eine Flasche Wasser dabei.
Die Mutter und der Stiefvater der Kinder sollen den Jungen im Wald die Augen verbunden haben, um angeblich ein Spiel zu spielen. Als die Kinder die Augenbinde abgenommen haben, waren die Erwachsenen weg. Inzwischen hat die Polizei die Mutter und den Stiefvater festgenommen. Passanten sollen sie in einem Cafe beobachtet haben.
Ein Gericht in Frankreich hat die Mutter bereits angeklagt, bisher nur wegen Kindesentziehung. Sollte sie auch noch wegen dem Aussetzen angeklagt werden, drohen ihr bis zu sieben Jahre Haft und 100.000 € Strafe.
Die Brüder sind in einem Krankenhaus medizinisch durchgecheckt worden und sollen schnellstmöglich zurück zum Vater nach Frankreich kommen.