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Stuttgart 21

Stuttgart 21 bezeichnet ein umstrittenes Verkehrs- und Städtebauprojekt in Stuttgart zur Neuordnung des Eisenbahnknotens. Es löste zahlreiche Proteste aus.

Stuttgart 21 dpa

Hinter dem Begriff Stuttgart 21 verbirgt sich ein Verkehrs- und Städtebauprojekt der baden-württembergischen Stadt Stuttgart, das im Februar 2010 startete. Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Vorhaben, da dessen Eröffnungstermin immer wieder nach hinten verschoben wurde und die Kosten in die Höhe stiegen. Die Zahl 21 in Stuttgart 21 steht für das 21. Jahrhundert, also das Jahrhundert, in dem das Projekt realisiert werden soll. Die Bauherrschaft am Projekt Stuttgart 21, an dessen Finanzierung neben der Bundesrepublik Deutschland unter anderem das Land Baden-Württemberg und die Landeshauptstadt Stuttgart beteiligt sind, hat die Deutsche Bahn inne. Zentrales Objekt des Bauvorhabens ist die Neuordnung des Stuttgarter Eisenbahnknotens und damit verbunden der Umbau eines großen Teils des Stuttgarter Hauptbahnhofs, der zukünftig teilweise unterirdisch verlaufen soll. Zudem sollen drei neue Bahnhöfe entstehen.

Darüber hinaus soll der Stuttgarter Hauptbahnhof durch den Neubau der Strecke Stuttgart-Wendlingen über den Flughafen mit der Stadt Ulm verbunden werden. Insgesamt sollen bei dem Projekt Stuttgart 21 knapp 60 Kilometer neue Bahnstrecken sowie neun neue Tunnel entstehen. Außerdem soll die U-Bahnstation Staatsgalerie verlegt werden. Hauptzweck der Umbaumaßnahmen des Projekts Stuttgart 21 ist die Verkürzung der regionalen, nationalen und internationalen Reisezeiten sowie die Anbindung Baden-Württembergs an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz.

Unter anderem wegen explodierender Kosten für die mit Stuttgart 21 verbundenen Baumaßnahmen kam es zu zahlreichen Bürgerprotesten, die oft gewaltsam geregelt wurden. Im Herbst 2010 endete der Einsatz von Wasserwerfern durch die Polizei sogar blutig: Ein verletzter Demonstrant erlitt durch einen Wasserwerfer schwere Augenverletzungen und erblindete infolgedessen fast vollständig. Aus dem besagten Polizeieinsatzes gingen über 500 Strafanzeigen hervor, davon 380 gegen Polizisten und 121 gegen Demonstrierende. 104 Anzeigen führten zu Ermittlungsverfahren und davon 19 gegen Polizeibeamte. Trotz vieler Proteste aus der Bevölkerung halten die Bauherren an dem Projekt fest.