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Pflegenotstand

Der Pflegenotstand hat sich in Deutschland entwickelt, da es immer mehr Patienten in Krankenhäusern und Altenpflegeheimen bei immer weniger Fachkräften gibt.

Der aktuelle Begriff „Pflegenotstand“ bezeichnet einen Fachkräftemangel im Bereich der Pflege. Damit die Patienten in Krankenhäusern gut und sicher behandelt werden, ist verständlicherweise ausreichend Personal notwendig. In vielen deutschen Krankenhäusern ist dies aber nicht mehr gewährleistet. Die sogenannten Mindeststandards können nicht mehr erfüllt werden. Insbesondere so wichtige Bereiche wie die Unfallchirurgie, die Intensivmedizin, die Geriatrie und die Kardiologie benötigen eine bestimmte Anzahl von Pflegekräften. Intensivstationen sollten z. B. tagsüber eine Pflegekraft für je 2,5 Patienten im Einsatz haben. Häufig ist das Wohl der Patienten durch zu geringe Besetzungen gefährdet. In der Konsequenz müssten solche Krankenhausstationen eigentlich geschlossen werden.

Krankenhäuser wegen des Pflegenotstands überlastet

Die deutschen Krankenhäuser haben in den letzten 20 Jahren immer mehr Patienten behandelt, während das Personal weniger geworden ist. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Zahl der Fälle von 1995 bis 2016 um mehr als ein Fünftel. Dazu kommt, dass die Zahl der dementen Patienten gestiegen ist, was mit erhöhten Pflegeaufwand einhergeht. Was das Krankenhauspersonal betrifft, sind Dänemark und Norwegen deutlich besser aufgestellt, denn dort kommen auf einen Patienten zwei Vollzeitpflegekräfte. Sofern Deutschland diesen Standard erreichen wollte, wäre es notwendig, über eine halbe Million Pflegekräfte zusätzlich zu beschäftigen. Dazu kommt, dass die Zahl der älteren Menschen Jahr für Jahr steigt und auch in der Altenpflege Pflegekräfte fehlen.

Fachkräfte sollen wegen des Pflegenotstands aus dem Ausland kommen

Wie man dem Fachkräftemangel entgegentreten könnte, wird in der Politik immer wieder diskutiert. In Deutschland wird der Pflegeberuf allgemein nicht gern angestrebt, da er bei schlechten Arbeitsbedingungen hohen Einsatz fordert. In letzter Zeit wurde daher die Idee laut, ausgebildete Fachkräfte aus dem Ausland zu holen. So ist laut Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Spahn und Saarlands Ministerpräsident Hans geplant, dass die Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe künftig private Vermittlungsagenturen, Krankenhäuser und Pflegeheime dabei unterstüt­zt, ausländische Pflegekräfte für den hiesigen Arbeitsmarkt zu rekrutieren. Das Visa- und Berufsanerkennungsverfahren soll dazu verkürzt werden. Später sollen durch Kooperationen mit bestimmten Ländern junge Menschen hier ausgebildet werden.