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Jakarta

Jakarta hieß in der niederländischen Kolonialzeit Batavia und wird im Jahr 2024 von einer neuen Stadt als indonesische Hauptstadt abgelöst werden.

Jakarta picture alliance / NurPhoto | Aditya Irawan

Jakarta ist die Hauptstadt von Indonesien. Sie befindet sich an der Nordwestküste der Insel Java und ist mit über zehn Millionen Einwohnern die größte Stadt im südostasiatischen Raum. Sie zeichnet sich durch ein flaches Stadtgebiet und einen tropischen Regenwald in der näheren Umgebung aus. Ein weiteres Merkmal von Jakarta ist die multikulturelle Bevölkerung.

Jakarta während der Herrschaft des Königreichs Pajajaran

Jakarta war vom späten zwölften Jahrhundert bis in das 16. Jahrhundert ein Bestandteil des Hindu-Königsreichs Pajajaran. 1522 landeten die Portugiesen am Sunda Kelapa, dem wichtigsten Pajajaran-Hafen. Dort bauten sie ein Fort, um den Hafen für den Gewürzhandel zu schützen. Im Auftrag des muslimischen Prinzen Fatahillah wurde die Stadt im Jahr 1527 zerstört und am selben Platz eine neue Stadt erbaut, welche den Namen Jayakarta bekam.

Jakarta als Batavia in der Kolonialzeit

Im späten 16. Jahrhundert wurden Handelsschiffe aus den Niederlanden immer öfter in Jayakarta gesichtet. Den ersten Handelsplatz erbaute die Niederländische Ostindien-Kompanie im Jahr 1613. Am 30. Mai 1619 erfolgte unter der Führung von Jan Pieterszoon Coen die Eroberung Jayakartas, die man niederbrannte. Anstelle der nicht mehr existierenden Stadt errichteten die Niederländer eine neue Stadt mit dem Namen Batavia. Diese war nicht nur Sitz der VOC, sondern auch Hauptstadt der neuen Kolonie Niederländisch-Indien. Mehr als 300 Jahre dauerte die Kolonialherrschaft, bis die japanischen Streitkräfte 1942 Batavia besetzten und die Niederlande letztendlich zur Aufgabe zwangen. Am 8. August 1942 erhielt Batavia den neuen Namen Jakarta.

Entwicklung Jakartas seit der Unabhängigkeit Indonesiens

Am 17. August 1945 erfolgte die indonesische Unabhängigkeitserklärung. 1950 wurde Jakarta zur Hauptstadt ernannt. In den späten 1940er-Jahren lebten mehr als eine Million Menschen in der Stadt, rund 15 Jahre später waren es etwa 4,5 Millionen. Obwohl sich die Anzahl der Slums erheblich vergrößerte, ließ der erste Präsident Sukarno zahlreiche kostspielige Einrichtungen erbauen. In den vergangenen drei Jahrzehnten wurde das Geschehen in Jakarta oftmals von Unruhen bestimmt. Putschversuche und Sprengstoffanschläge waren an der Tagesordnung.

Das Ende von Jakarta als indonesische Hauptstadt

Im Jahr 2024 möchte Indonesien die Hauptstadt in die Provinz Ostkalimantan auf Borneo verlegen. Das liegt an der Tatsache, dass der Boden in Jakarta jährlich um circa 25 Zentimeter sinkt.