Bei Birgit Cordes beginnt alles mit Schwindelschüben und permanenten Kopfschmerzen. Vor drei Jahren finden die Ärzte heraus, dass sie sich nach einem Zeckenbiss mit Borreliose infiziert hat: „An schlechten Tagen bin ich sehr antriebslos...da fühle ich mich wie erschlagen. Schlaf dann auch viel."
Die Borreliose führt bei ihr zu einer Hirnhautentzündung.
Borreliose wird durch Borrelien übertragen - Bakterien, die im Darm der Zecke leben. Erstes Symptom der Infizierung kann eine Rötung an der Einstichstelle sein, die sich ringförmig vergrößert. Die weiteren Symptome sind vielfältig.
Dazu gehören grippeartigen Beschwerden. Bei etwa 10 Prozent der Betroffen kommt es zu einer Entzündung des Herzmuskels. In seltenen Fällen befallen die Borreliose-Bakterien die Nerven und das Gehirn. Dann spricht man von einer sogenannten Neuroborreliose wie im Fall von Birgit Cordes. Und genau dagegen entwickelt der Pharmakonzern Pfizer aktuell einen vielversprechenden Impfstoff: „Die Impfung soll tatsächlich gegen die Infektion mit Borrelien schützen, also nicht nur schwere Krankheitsverläufe wie eben die chronische Lyme-Borreliose mit Gelenksbeschwerden oder auch die Neuroborreliose mit schweren Nervenschädigungen, sondern wirklich die Infektion verhindern, so dass auch eine akute Borreliose, die ganz gut mit Antibiotika zu behandeln ist, dass noch nicht einmal die auftritt."
In die Impfung setzen Mediziner weltweit große Hoffnung, denn die Studiendaten sind verheißungsvoll.
„Danach ist das Auftreten einer Borreliose in der Gruppe der Geimpften 75 % weniger als bei denen, die nicht geimpft waren. Und das ist natürlich ein gutes Ergebnis. Wenn sich das dann später auch bewahrheitet, wenn Zehntausende, Hunderttausende geimpft sind, dann wäre das gut. Das Nebenwirkungsprofil war auch gut, das heißt, es gab keine schwerwiegenden Nebenwirkungen."
Der Hersteller wird vermutlich 2027 die Zulassung beantragen. Bis in Deutschland die Krankenkassen die Impfung übernehmen könnte es allerdings noch ein paar Jahre dauern.