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Toto Wolff: "Scheiß auf sie alle" - Mercedes' neue Haltung im WM-Fight

"Scheiß auf sie alle"

Mercedes' neue Haltung im WM-Fight

Formula 1 2021: Brazilian GP AUToDROMO JOS CARLOS PACE, BRAZIL - NOVEMBER 12: Toto Wolff, Team Principal and CEO, Mercedes AMG, is interviewed for Sky Sports F1 during the Brazilian GP at Autodromo Jos Carlos Pace on Friday November 12, 2021 in Sao P
Toto Wolff schaut an der Strecke in Brasilien bitter drein.
www.imago-images.de, imago images/Motorsport Images, Jerry Andre via www.imago-images.de

Schwierige Situation für Silber

von Sebastian Fuhrmann

21 Punkte Vorsprung – und das vier Rennen vor Schluss: Red-Bull-Ass Max Verstappen hält im Kampf um die WM-Krone mit Mercedes-Gigant Lewis Hamilton nahezu alle Trümpfe in der Hand, kann beim Großen Preis von Sao Paulo am Sonntag ( ab 18 Uhr im Liveticker bei RTL.de ) weiteren Boden gutmachen. Mercedes jedoch begegnet der kniffligen Situation im Fight um den Titel mit einer Haltung, die neue Kräfte freisetzen könnte. Und hat noch ein Ass im Ärmel.

Mercedes-Boss war mächtig stinkig

Toto Wolff nahm am Samstag nach dem Sprintrennen kein Blatt vor den Mund, als er seinem Fahrer Hamilton nach dessen Ritt gratuliere. „Brillianter Job“, sagte der Mercedes-Teamchef über Funk. Das eigentlich Spannende kam aber nachher: „Fuck them all.“ Frei übersetzt: „Scheiß auf sie alle.“

Was war da denn los?

Die Vorgeschichte: Hamilton musste beim Sprintrennen von ganz hinten starten – wegen einer Hammer-Strafe. Die FIA-Stewards befanden nach einer Untersuchung, dass im Qualifying am Freitag das DRS am Heckflügel seines Mercedes zu weit geöffnet gewesen war – ein unerlaubter Vorteil.

Wolff ärgerte sich mächtig über das Urteil, sprach von einer „Bagatell“-Situation : „Wir hatten keinen illegalen Flügel, sondern einfach einen Schaden, der sich so geäußert hat, dass es links okay war, in der Mitte okay war und rechts vielleicht 0,2 Millimeter gefehlt haben.“

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Im Sprintrennen fuhr sein Schützling Hamilton trotz der Strafe bis auf Rang fünf, eine ganz starke Leistung des 36-Jährigen.

Im Moment von Wolffs verbalem Ausbruch kam offenbar der ganze Frust über die Strafe, den erneuten Nackenschlag im WM-Kampf (wegen einer Motorstrafe startet Hamilton beim Rennen nur von Rang zehn) zusammen mit der diebischen Freude darüber, dass Hamilton eine Weltklasse-Trotzreaktion gezeigt hatte.

Wolff erklärte später: „Es ist eine Einstellung, die wir haben. Wenn es manchmal hart auf hart kommt, muss man diese Widerstandsfähigkeit aufbauen.“

Mercedes mit neuer "Jetzt erst recht"-Haltung?

Diese Haltung zwischen Widerstand, Kampfgeist und Trotz könnte im Duell um den Titel noch einmal Kräfte freisetzen bei Mercedes. Frei nach dem Motto: Jetzt zeigen wir es euch, ihr kriegt uns nicht unter.

Dazu passt, was Hamilton zu Protokoll gab: „Es war niederschmetternd, aber man darf sich davon nicht aufhalten lassen. Es ist noch nicht vorbei.“ Eine Kampf-Ansage an Red Bull!

Bottas in Brasilien der X-Faktor?

Und Mercedes hat für das Rennen in Brasilien noch ein Ass im Ärmel. Denn in der Startaufstellung steht Valtteri Bottas vor Verstappen auf der Pole. Gewinnt der Finne den Start, bestimmt er das Tempo, könnte Teamkollege Hamilton so nach vorn trödeln . Dazu braucht es genau die Widerstandsfähigkeit, die Wolff beschwor.