Wie geht es Frühchen Raphael?

Nach Quarantäne-Drama vor Weihnachten: Familie wieder mit schwerkrankem Baby vereint

Raphael ist ein Kämpfer. Seit seiner Geburt im November liegt er auf der Intensivstation des Uniklinikums Frankfurt am Main. Bald darf er nach Hause.
© @journeyofsomeone, Samantha Geidel, privat, Samantha Geidel

21. Januar 2021 - 10:13 Uhr

Mutter berichtet RTL, wie ihre Geschichte weiterging

Erst zwei Monate ist Baby Raphael alt, doch er und seine Familie haben schon unfassbar viel durchgestanden. Wegen eines Herzfehlers musste der Säugling bereits mehrmals operiert werden. Während er sich auf der Intensivstation der Frankfurter Uniklinik von allen Strapazen erholte, pendelten seine Eltern aus Leipzig zu ihm – bis sie sich kurz vor Weihnachten in Corona-Quarantäne begeben mussten. Wie es ihr damals ging, hatte uns Mutter Samantha Geidel bereits berichtet. Jetzt haben wir erneut mit ihr gesprochen, denn Raphael ist inzwischen zu Hause – doch die Sorgen bleiben.

Die Pendelei hat noch nicht aufgehört

Wir erreichen Samantha telefonisch im Zug von Leipzig nach Frankfurt. Erneut ist sie auf dem Weg zu Prof. Dr. Schranz, der ihrem Kind im vergangenen Winter mit einer Herz-OP das Leben gerettet hat. Doch jetzt pendelt sie nicht nur mit ihrem Mann Philipp, sondern auch mit Söhnchen Raphael, der seit dem 6.1. bei ihnen in Leipzig lebt. "Super toll", gehe es ihnen damit. Alle zwei Wochen fahren die drei nun zur Untersuchung nach Frankfurt.

Denn noch immer leidet Raphael an den Folgen einer sogenannten Aortenklappenstenose, die linke Herzkammer ist schwächer und hat Probleme,seinen Kreislauf mit Blut zu versorgen. Deshalb ist jetzt immer ein Monitor von der Größe eines Tablet-Computers dabei, der Sauerstoffsättigung, Herzschlag und Atemfrequenz überwacht.

Intensive Pflege zu Hause

"In den letzten Tagen gab es nicht einen Warnton", freut sich die Mutter, die sich ganz bewusst dafür entschieden hat, ihren Sohn nach der aufreibenden Zeit zu Hause zu betreuen. Die Überwachung per Monitor ist eine Bedingung dafür, auch einen Reanimationskurs musste die Mutter absolvieren. Wie sie Raphael betreuen muss, hat sie im Krankenhaus gelernt, nachdem die Corona-Quarantäne für sie und ihren Sohn am 22.12. aufgehoben wurde. "Ich bin dann sofort in sein Zimmer gezogen, um auch die Nächte mit ihm zu verbringen. Und die Pflegekräfte haben mir alles beigebracht, was ich beachten muss"

Und das ist Einiges: Noch wird Raphael über eine Magensonde ernährt, auch seine insgesamt neun Medikamente bekommt er so verabreicht – strikt nach Plan, alle drei Stunden. "Besonders nachts ist das anstrengend – man bekommt höchstens zweieinhalb Stunden Schlaf, dann klingelt schon wieder der Wecker", erzählt Samantha Geidel.

Weihnachten wurde im Januar nachgefeiert

Die Schichten teilt sie sich mit ihrem Mann, der seinen Sohn und seine Frau nach der Quarantäne in Leipzig erst Anfang Januar wiedergesehen hat. "Für ihn war die Zeit noch viel schlimmer als für mich", scherzt Samantha. Dafür genießen die Eltern nun ihre Zeit mit ihrem Sohn und ihrer dreijährigen Tochter. Weihnachten haben sie im Januar nachgefeiert: Die Großeltern kamen – natürlich mit Maske - es gab Kaffee und Kuchen und Geschenke. "Unserer Tochter haben wir erzählt, der Weihnachtsmann kommt jetzt nochmal extra für Raphael".

Hoffen auf die eine, große OP

Trotzdem bleibt die Sorge um das Herz ihres Sohnes. Im schlimmsten Fall drohen auch in den nächsten Jahren viele Operationen. Abhilfe könnte eine sogenannte Ross-Operation schaffen. Die ist kompliziert und lang, würde Raphael aber ein normales Leben ermöglichen, sogar leichter Schulsport wäre möglich – "nur beim FC Bayern könnte er nicht spielen", erzählt Samantha. Noch ist unklar ob die OP möglich ist, aber auch die Ärzte seien zuversichtlich. Einen ersten Schritt hat Raphael schon gemacht: Das Gewicht von drei Kilo, dass Kinder für diesen Eingriff mindestens haben sollten, hat er gerade erreicht.