Selten haben mich Dreharbeiten so sehr berührt wie die Begegnung mit den Schimpansen von Gut Aiderbichl. Das Wissen um die traurige Vergangenheit dieser faszinierenden und uns Menschen so ähnlichen Lebenswesen macht traurig. Umso schöner, dass sie hier ansatzweise ein artgerechtes Leben Führen dürfen. OT Thorsten „Das ist Clyde, der Chef im Ring. Alle Tiere waren zwischen 20 und 30 Jahren in der Forschung, wurden mit HIV und Hepatitis infiziert.“ Ein Leben in Freiheit ist für die kranken und traumatisierten Tiere nicht mehr möglich. Doch die Liebe und Fürsorge, die sie hier erfahren, sollen Ihnen vermitteln, dass nicht alles im Leben schlecht ist.Sonja Klima, ehemalige Ehefrau von Österreichs Ex-Bundeskanzlerin, setzt sich seit vielen Jahren als Botschafterin für dieses Projekt ein. Heute verteilen wir gemeinsam Futter, während die Schimpansen innen schon aufgeregt warten. Sonja Klim, Tierschützern „Wenn man weiß, wie sie in freier Wildbahn leben, mit der Familie, so wunderschön.“ Hier ist es so, als wäre man zwanzig Jahre in einem Aufzug eingesperrt und plötzlich geht die Tür auf.“ Dieser Gänsehautmoment gab es im Jahr 2011, als die Schimpansen zum ersten Mal nach draußen dürfen, in das neue Freigehege. Zum ersten Mal im Leben den Wind im Fell spüren, zum ersten Mal die wärmende Sonne auf der Haut.Atom steht frei - Schimpansengeschrei vor Freude Diese unfassbare Freude kann ich umso mehr nachvollziehen, als ich mir anschaue, wie die Tiere den Großteil ihres Lebens verbringen mussten. Isoliert in einem solchen Laborkäfig. OT Thorsten „Hier haben sie isoliert gelebt, hatten keinen Kontakt zu Artgenossen. „ Und da haben sie nicht nur gelernt - wie es in Freiheit üblich ist - in einer Gruppe zu leben, sie fassen sogar wieder Vertrauen zu Menschen, der Spezies, die sie ein Leben lang gequält hat. Und auch Clyde verhält sich wie ein richtiger Anführer, zeigt mir, dass ich mich in seinem Revier unterzuordnen habe. Danach – so flüstert mir eine Pflegerin – muss ich ganz nah mit meinem Kopf an seinen, um zu zeigen, dass ich ihn respektiere. Als die Rangordnung geklärt ist, darf ich sogar mit einem seiner Weibchen spielen. OT Thorsten „Sie kommuniziert mit mir und freut sich, dass ich mich mit ihr beschäftige.“ Das Schimpansen-Refugium ist auf Spenden und Patenschaften angewiesen. Eines liegt dem Team aber besonders am Herzen. OT Sonja Klima „Dass es hier Lebewesen gibt, die jahrelang in Vergessenheit gelebt haben.“ So etwas darf nie wieder passieren. „Bei meinem Besuch hat mich ein Satz einer Pflegerin ganz besonders berührt. Sie hat gesagt: Schimpansen können in Deine Seele schauen. Und ganz ehrlich - genau so habe ich es empfunden.