Frei: „Was ist das denn? Okay, also das ist definitiv nicht das, was ich bestellt habe. Ich hatte eigentlich eine Strickjacke bestellt.“
Tja, was Reporterin Olivia hier in der Hand hält, hat wenig mit dem zu tun, was sie online bestellt hat. Dabei hatte sie vor wenigen Tagen noch große Hoffnung, einen echten Schnapper gemacht zu haben.
OT Olivia: „Also eigentlich kostet die Strickjacke 180 € und die ist jetzt runtergesetzt auf 89,95 €.“
Klingt gut. Und der Name „Vera Modehaus“ hört sich vertrauenserweckend und ziemlich deutsch an.
OT Olivia: „In unserem Shop setzen wir auf Qualität statt Quantität und bieten eine ausgewählte Kollektion von Produkten, auf die wir stolz sind.“
Dass Werbung und Realität schon mal auseinanderliegen liegen, ist bekannt. Aber das hier?
Frei: „Sowas würde ich auf jeden Fall niemals tragen. Und vor allem stinkt es extrem nach Plastik.“
Keine Baumwolle, kein Strickgarn. Das Jäckchen besteht aus Polyester. Das muss zurückgeschickt werden. Aber wohin? Olivias Kollegin Anika macht sich auf die Suche.
OT Reporterin: „Im Impressum ist eine deutsche Adresse angegeben in Düsseldorf. Auf den ersten Blick macht das für mich einen sehr seriösen Eindruck.“
In Wahrheit sitzen solche Shops oft in China. Die Verbraucherzentrale rät:
OT VZ: „Angebote, die besonders verlockend sind, sind immer mit großer Vorsicht zu genießen, und da sollte man sich ein bisschen mehr Zeit nehmen und wirklich genau checken. Ist das ein gutes Angebot oder werfe ich nachher nur das Geld zum Fenster raus? Dann sollte ich natürlich wirklich mir die Zeit nehmen und gucken, wer betreibt die Seite? Mit wem werde ich das Geschäft machen?“
Die Verbraucherzentrale bietet eine Liste mit gemeldeten Fakeshops. Gibt man hier die URL einer Internetseite ein, bekommt man eine Einschätzung zum Shop. Vor dem, in dem wir bestellt haben, Vera Modehaus, wird hier bereits gewarnt. Zwar ist im Impressum eine Adresse angegeben, doch unter der existiert kein echter Shop. Das stellen wir auch vor Ort fest.
Frei: „Hier gibt es nicht den Namen, der im Impressum angegeben wurde.“
Falsche Angaben im Impressum: das ist nicht nur ärgerlich, sondern illegal. Auch auf unsere E-Mail, in der wir um eine Stellungnahme bitten, bekommen wir keine Antwort.
Frei: „Aber online war ja noch eine Nummer angegeben. Die rufe ich jetzt mal an! Okay, Fake-Adresse, Fake-Handynummer. Ich habe wirklich absolut keine Möglichkeit, diesen Shop zu kontaktieren. Ich würde mal sagen, da sind wir ordentlich drauf reingefallen.“
Die Maschen der Fake- und Chinashops sind so mies wie die Maschen dieser Strickjacke. Die gute Nachricht: Mit den Tipps der Verbraucherzentrale können wir sie entlarven.