„Man macht sich schon morgens Gedanken: Was ziehe ich an? Kann ich das und das anziehen? Ich schwitze eigentlich fast jeden Tag. Es gibt fast nie Ausnahmen, wo man nicht schwitzt.“ Das sagt die 40-jährige Anna. Denn seit ihrer Kindheit schwitzt sie extrem. Egal, ob im Sommer oder im Winter, egal ob sie entspannt auf dem Sofa liegt oder unter Stress steht. „Das sind Dinge, die niemand bemerkt, weil niemand die Krankheit kennt“, erzählt sie uns.
Deshalb wissen auch nur wenige Menschen außerhalb ihrer Familie von ihrer Krankheit, die Hyperhidrose genannt wird. Betroffene schwitzen übermäßig, hauptsächlich unter den Achseln, an Händen und Füßen, manche, wie Anna, sogar am ganzen Körper. Grund dafür ist eine Fehlfunktion im Nervensystem, die dazu führt, dass die Schweißdrüsen viel mehr Flüssigkeit produzieren, als zur Regulierung der Körpertemperatur nötig ist. Die Ursache? Noch unklar. Jeder Neunzigste ist betroffen.
Dr. Christoph Schick vom Deutschen Hyperhidrose-Zentrum weiß, was das für die Betroffenen bedeutet: „Es wird von anderen als unhygienisch fehlinterpretiert. Oder es wird unterstellt, man sei sehr nervös oder der Situation nicht gewachsen. Aber von Hyperhidrose hat man nie Urlaub. Man hat sie immer“. Eine Methode, die Symptome vorübergehend zu lindern, ist die Behandlung mit Botox. Die Nebenwirkungen sind erstaunlich gering. „Es wird in die Haut gespritzt, wandert zu den Nervenkontakten und blockiert die Freisetzung der Signalstoffe, verhindert also, dass das Signal die Drüse erreicht“, erklärt der Experte.
Deshalb begleiten wir Anna zur Therapie. Was die Behandlung kostet und ob sie bei Anna angeschlagen hat, erfahrt ihr im Video.