Wie die Qualität der Klamotten wirklich ist, finden wir gemeinsam mit
Textilexpertin Dr. Elisabeth Eppinger heraus. Und lassen sie und später auch Passanten schätzen, wie teuer die Outfits sind.
Und das ist das erste Outfit, das wir testen:
Annika trägt eine gefütterte Jacke für 17 Euro.
Dazu ein Shirt für 7 Euro. Die Jeans kostet 13 und die Sneaker 15 Euro. Macht zusammen 52 Euro für ein komplettes Outfit.
“Die Hose von der Qualität fühlt die sich sehr gut an.” So sieht es auch unsere Textilexpertin:
“Da sind jetzt nicht irgendwelche Waschungen schon aufgerubbelt. Das heißt, es wird auch wirklich dauern, bis die Löcher bekommt das dauert." Dieses Shirt hat eine Außennaht, die stark beansprucht wird. Deshalb sollte man beim Kauf auf eine robuste Naht, wie Zickzack achten. SO EINE hat das Discountershirt - es ist solide verarbeitet.
Wir schauen uns die Klamotten aber nicht nur von außen an - sondern checken auch was darin steckt!
Gleich schneidet die Expertin die 17 Euro Jacke auf und zersägt den 15 Euro Schuh!
Aber vorher darf es nun etwas schicker sein: Bettina probiert eine Jacke für 15 Euro, ein Mesh-Shirt für 7, eine 13 Euro Wide-Leg-Hose und Stiefel für 20 Euro an. Macht zusammen 55 Euro.
“Ich fahr viel Fahrrad und mein Test - reichen die Ärmel, also die Schuhe, die sind wirklich überraschend bequem."
“Die Nähte sind gut verarbeitet. Das ist eine schöne dicke Sohle, die auch warmhält. Es ist kein Leder, sondern es ist Kunstleder und durch die durch diese Struktur. Dass hier, wieso eine Lederstruktur eingepresst ist, dadurch wird der auch ein bisschen schöner altern, als wenn es so ein Glattlederimitat ist.”
Tipp fürs Hosen-Kaufen: darauf achten, dass mindestens 3 Prozent Elasthan enthalten sind. Das macht die Hose reißfest und formbeständig.
“Man hat auch n Elasthan Anteil drinnen, so dass es auch nicht zu schnell falten kriegt. Die Nähte sind auch alle gut verarbeitet.”
Dafür wurde bei der Verarbeitung des Shirts Zeit gespart. Die Nähte lösen sich schon etwas auf.
"Beim Einkaufen würde ich auf die Nähte achten. Zuhause selber fixieren, wenn sich da was löst."
Das Shirt fällt also durch. Die Jacke allerdings überzeugt:
“Die Kammern, die Abstände sind klein, so dass es nicht zu sehr verrutscht und dass die Füllung auch da bleibt, wo sie sein soll. Die Verarbeitung die Nähte sind gut, auch die Taschen, die werden nicht einreißen, die sind auch noch mal extra verriegelt, doch die kann was.”
Beim Reißverschluss sollte man darauf achten, dass er sich gut öffnen und schließen lässt und die Zähne fest in der Leiste sitzen.
Wie teuer schätzt die Expertin nun die Klamotten?
“Das komplette Outfit schätze ich bei irgendwas zwischen 80/90€.”
Sie liegt damit mehr als 30 Euro über dem eigentlichen Preis!
Mal sehen wie sich dieses Outfit schlägt:
Bettina trägt einen angesagten Teddyfell-Mantel für 30 Euro. Eine Leggings in Lederoptik und ein Strickkleid - beides für 12 Euro. An den Füßen derbe Boots für 16 Euro.
“Der Mantel ist aus einem Material dieser Teddystoff. Das ist unheimlich schwer, das ja ordentlich zu verarbeiten. Es wirft Falten, hier ist es wieder zu kurz angenäht.”
Also lieber Finger weg, wenn Jacken Falten werfen oder die Nähte verzogen sind.
Das Strickkleid ist zwar bequem zu tragen, aber lieber per Hand waschen, denn:
OT Expertin
“In der Waschmaschine hält das leider nicht lange, da werden sich schnell viele Knötchen bilden."
Beim Kauf von Schuhen sollte man darauf achten, dass die Sohle nicht zu hart ist.
Und dieses Teil checken wir noch: eine Pulli-Hemd-Kombi
für gerade einmal 13 Euro.
“Dadurch, dass es so tut, als ob da ein Hemd noch drunter angezogen wird. Es trägt dann halt nicht so doll auf beim Waschen, dann ist es natürlich ungünstig, das wird hier gerade am Kragen, das müsste ich eigentlich ein bisschen heißer waschen, das wird der Pullover selber nicht lange vertragen, also es ist eine ungünstige Kombination, wenn ich an Langlebigkeit denke.”
Für den Preis aber durchaus erst mal ok! Doch sieht man den Discounter- Klamotten ihre Herkunft an?
Wir lassen Passanten raten, wie teuer die Outfits sind.
“Ach, ich sag mal 300 fühlt sich anders an.
150 die Hälfte.”
Vor allem die grüne Jacke wird hochwertiger geschätzt:
“Insgesamt vielleicht 300 400.”
Bei Annika ist er auf der richtigen Spur:
“Sieht vielleicht ein bisschen Discounter mäßig aus.... da würde ich das Doppelt sagen."
Das ist mal eine Überraschung!
Alle haben die Outfits hochpreisiger eingeschätzt.
Fehlt noch die Analyse des Innenlebens!
Die Experting greift zur Schere bei der 17 Euro Jacke:
“Hier ist es nicht gut verteilt. Da ist ordentlich was von dem Material drin. Wenn ich diese großen Kammern habe, dann wird das immer nach unten rutschen, das heißt, ich habe dann immer hier einen Streifen, der nicht wärmt und hier unten so einen Klumpen, der mehr wärmt.
Das sind ganz, ganz feine Fasern. Das wird Polyester oder Polyamid sein, sodass es ja keine Feuchtigkeit aufnimmt. Und je mehr ich davon habe, desto desto besser hält das natürlich warm.”
Und den 15 Euro Sneaker sägt sie auf:
“Von den Grundmaterialien her ist das kein teurer Schuh, aber es wird trotzdem halten, eben weil die Sohle so dick ist und weil hier das auch solide aus einem Stück gegossen ist.”
Die 13 Discounter Teile für insgesamt 190 Euro haben in unserem Test solide abgeschnitten. Teilweise hat die Qualität nicht ganz gepasst - aber eins steht fest: dass die Klamotten vom Discounter kommen sieht man ihnen auf den ersten Blick nicht an!