Andrea schnarcht seit Jahrzehnten und hat auch schon einiges gegen das nächtliche Sägen ausprobiert, ohne Erfolg…
„bei mir ist das so, ich schnarche auf der Seite, auf dem Rücken, auf der Seite. Ob ich dick oder dünn bin, ich schnarche immer“
Aber auch die 33-jährige Zuki hat mit nächtlichen Konzerten zu kämpfen, vor allem zum Leidwesen von Freund Timo.
ich hab schon ehrlicherweise drüber nachgedacht, auch mal Schluss zu machen, weil. Nein, wenn Sie. So schlimm, so schlimm ist es noch nicht, aber es ist belastend, auf die Dauer, vor allem, wenn man dann halt doch immer wieder irgendwie das hört und nachts aufwacht zum Teil“
Aber ob diese neuen Anti-Schnarch-Gadgets dagegen helfen können?
„oh doch ich glaube ich, ja das könnte mich wirklich davon abhalten.
Schnarchgeräusch
Vor unserem Test lassen sich Andrea und Zuki bei HNO-Arzt Dr. Ulrich Möll durchchecken.
Es gibt sicherlich verschiedene anatomische Ursachen, deswegen ist ja eine HNO ärztliche Untersuchung vor jeder Therapie erforderlich“
Übergewicht ist der Hauptgrund fürs Schnarchen, da sich Fettgewebe in den oberen Atemwegen einlagert. Aber auch anatomische Fehlstellungen in Nase, Mund und Rachen können zum Sägen in der Nacht führen – so wie bei Andrea:
„Wir schauen uns sozusagen den Atemweg von der Nasenspitze bis zum Kehlkopf an. Die Nase ist nicht ganz in Ordnung, die Schwellkörper sind etwas vergrößert, also eine Verbesserung der Nasenatmung wäre sicherlich sinnvoll.
Und was ist das Problem bei Zuki?
„Bei ihr könnte man tatsächlich sagen, dass die Gaumenmandeln leicht vergrößert sind.
Da ihr Bettnachbar auch beobachtet hat, dass ihre Probleme hauptsächlich in Rückenlage auftreten, wäre auch eine Rückenlage Verhinderungsweste in Kombination mit einer Schiene sinnvoll“
Deshalb wird Zuki ein Tshirt mit integrierter Rolle testen, das die Rückenlage und somit das nächtliche Zurückfallen der Zunge verhindern soll. Preis: 40 Euro.
„Ich hatte ja so befürchtet, ich rolle mich vielleicht drüber, aber es geht also hier auf der Couch tatsächlich nicht“
Außerdem wird Zuki diese Anti-Schnarch-Schiene ausprobieren. Sie soll den Unterkiefer nach vorne schieben und dadurch die Rachenmuskulatur nicht erschlaffen zu lassen, Preis: 20 Euro.
Erst in heißes Wasser einlegen und so die Schiene an das eigene Gebiss anpassen – dann geht’s auch damit zum Praxistest auf die Couch.
Freistand…ich weiß nicht, ich würde jetzt nicht sagen, dass es ehrlich gesagt auch so perfekt auf mein, auf mein Gebiss abgestimmt ist“
Andrea soll dieser Nasenclip für 2,50 Euro zu einer besseren Atmung und Luftzufuhr in der Nacht verhelfen.
„Sexy“
Zudem probiert die 52-Jährige ein EMS-Gerät aus, das durch Vibrationen die Muskeln im Rachenbereich stimuliert und somit dem Schnarchen entgegenwirken soll. Das Gerät kostet 90 Euro und wird mit Hilfe von Magneten am Kinn befestigt.
„Sobald man Geräusch macht, kommt da die Vibration stärker zustande“
Ziemlich gewöhnungsbedürftig, findet Andrea.
Jetzt geht’s aber zum richtigen nächtlichen Praxis-Test!
Zuki und Andrea nutzen die Gadgets jeweils eine Woche lang und nehmen uns mit Nachtsichtkamera und Handy mit.
Das Problem ist nur, dass die Rolle in der Nacht verrutscht in dem Stoff, das heißt die sitzt dann gar nicht mehr in der Mitte sondern zB am Rand und
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Das T-Shirt wird also etwas enger geschnürt. Inwieweit es die Nächte dann wirklich erleichtert, weiß Zukis Freund Timo.
„es hat geholfen. Du lagst dann auch nicht mehr so viel auf dem Rücken. Problem war einmal bei deinen Schlafunruhiger und ich glaube meiner auch weil du halt eben die ganze Zeit versucht hast dich natürlich auf den Rücken zu drehen“
Idee also top, Umsetzung noch ausbaufähig.
Bei Andrea läuft es in Woche 1 mit dem Nasenclip auch ganz gut:
Freistand…. Ich habe definitiv weniger geschnarcht“
Der Clip sollte regelmäßig gereinigt und alle paar Monate gewechselt werden. Bei Andrea scheint er den Luftweg durch die Nase zu öffnen - allerdings kann die Wirkung, je nach anatomischer Ausgangslange, variieren.
„Vielleicht muss man es so sehen wie bei einer Akupressur, dass Nerven gereizt werden, die dann unter Umständen zum Abschwellen der Nasenschwellkörper führen“
Ob das EMS-Gerät auch gegen das Schnarchen ankommt? Woche 2 startet.
ich habe es immer zu verloren. Außerdem ist es auch sehr nervig und anstrengend, es immer zu aufzuladen.“
Also fixiert Andrea den Sensor mit dem mitgeschickten Band. Das Gerät hält, und das Schnarchen kann teilweise gestoppt werden…
Freistand…es ist vorstellbar, dass das Gerät sozusagen den Zungengrundschrittmacher imitieren soll und dadurch wird die Zunge wieder angespannt und kommt sozusagen von hinten nach vorne“
Das Gerät vibriert, wenn Andrea zu schnarchen beginnt- Manchmal überschnarcht sie die Vibration aber einfach, gerade wenn der Schlaf tiefer wird
Freistand Schnarchen
Bei Zuki ist jetzt die Zahnschiene dran…
Freistand (ohne Schnarchen)
Die Nachtsichtkamera hat zwar kein Schnarchen erwischt, Zuki ist von der Wirkweise der Schiene insgesamt aber eher enttäuscht:
„ich denke die bringt bei mir überhaupt nichts. Dazu sitzt sie viel zu locker im Mund, davon bin ich in der Nacht auch ab und zu mal aufgewacht und ich hatte heute morgen auch einen trockenen Hals, das heißt ich habe wieder mit offenem Mund geschlafen“
Das Prinzip der Zahnschiene KANN grundsätzlich funktionieren – aber sie sollte besser individuell beim Zahnarzt angefertigt werden. Das kostet rund 300 Euro und wird nur von der Kasse übernommen, wenn auch Atemaussetzer vorliegen.
Nach zwei Test-Wochen haben Zuki und Andrea klare Favoriten.
„Ich muss sagen, vom Preisleistungsverhältnis her das EMS gerät sehr teuer 90€, der Stromschlag ist doch schon etwas unangenehm. Da tendiere ich dann doch eher zum Nasenring für 2,5 0€ pro Stück definitiv sparsam und effektiv gleichzeitig.
„Bei der Schiene also es hat mich überrascht, wie unnütz sie tatsächlich ist. Beim T-Shirt muss ich sagen war es ein bisschen unruhig, ne, weil man versucht ja dann irgendwie auf dem Rücken zu rollen, aber wenn es wirklich gut anliegt, dann hilft das wirklich sich nicht auf den Rücken zu drehen "
Damit man aber auch das passende Gadget für die jeweilige Ursache findet – am besten einmal beim Arzt beraten lassen!