Hier in der Notaufnahme der Berliner Charité fährt Dr. Leopold Rupp mit flotten 8 km/h von Patient zu Patient.
"Machen Sie ganz vorsichtig, ich klopfe noch einmal Ihre Wirbelsäule ab. Sie sagen mir, ob hier was weh tut. Es geht so. okay."
Nicht nur in Sachen Geschwindigkeit hat er durch den Rollstuhl einige Vorteile.
„Wenn man 24 Stunden auf den Beinen oder wie ich auf den Rädern ist, sozusagen, dann wird irgendwann der Kollege vielleicht müde oder die Kollegin. Ich werde auch müde. So ist es nicht. Das will ich gar nicht in Frage stellen. Aber der Rollstuhl nicht.“
Der 32-Jährige lebt mit einer besondere Form der Kleinwüchsigkeit. Seit der Grundschule sitzt er im Rollstuhl - da er seine Gelenke nur eingeschränkt bewegen kann. Auch wenn es im Alltag noch Barrieren gibt - lässt sich Leopold Rupp davon nicht bremsen. Er bereist die Welt, nimmt als Sportschütze bei den paralympischen Spielen teil, studiert Medizin und wird Arzt. Das Krankenhaus als Arbeitsplatz - optimal für Rollstuhlfahrer.
"Alles ist ebenerdig, es gibt keinen Stufen, man muss überall mit Betten ja auch hinkommen. Es gibt logischerweise überall Fahrstühle, es gibt überall auch große Türen."
Von den Patienten bekommt Dr. Rupp fast ausschließlich positives Feedback.
"Letzten Endes sollte ja die Qualifikation entscheiden und nicht irgendwelche körperlichen Befindlichkeiten , ob man den Job machen kann oder nicht."
Eine Botschaft, die auch dem 32-Jährigen wichtig ist. Seine Behinderung hat ihn nicht aufgehalten auf dem Weg zum Traumjob.