Auch Influencer Daniel ist Teil der queeren Community und mit den schlimmen Anfeindungen konfrontiert, die nach dem Anschlag auf den CSD in den sozialen Medien zu lesen sind.
„Warum hat das Auto nicht mehrere Leute getroffen? Das habt ihr verdient. Das ist doch das, was ihr die ganze Zeit wolltet.“
Während auf der Straße Kerzen der Anteilnahme brennen, brennt auf Social Media der Hass.
„Ab nach Auschwitz und weg mit euch! Das ist nicht nur eine Meinung wie: ,Ich mag Schwule nicht.‘ Das ist eine Meinung, die queere Menschen nach Auschwitz schicken will.“
Wer schreibt solche hasserfüllten Kommentare? Unser Reporter macht einen der Verfasser ausfindig: Robin. Auch er hetzte online unter seinem Klarnamen. Wir stellen ihn zur Rede.
„Sie haben einen Post im Internet gemacht. Der ist von Ihnen, richtig?“
„Ja.“
„Sie haben geschrieben: ,Kein großer Verlust. Waren doch eh nur physisch Kranke dort.‘ Wie kommen Sie auf so etwas?“
„Weil das halt so ist.“
„Das ist nicht Ihr Ernst.“
„Ja, sicher. Es gibt Mann und Frau – und fertig. Der Rest ist zu schade.“
„Tun Ihnen die Menschen nicht leid? Haben Sie kein Mitgefühl?“
„Nö.“
Robin zeigt keinerlei Einsicht. Dass wir ihn offen zeigen, ist ihm egal. Wir wollen auch von anderen wissen, was Menschen schon einmal dazu gebracht hat, hasserfüllte Kommentare zu schreiben, und bauen dafür in der Leipziger Innenstadt eine Schattenwand auf.
„Manchmal schreibt man aus dem Affekt. Ich glaube, das kennt jeder. Aber am Ende des Tages, wenn man wieder ein bisschen zur Ruhe kommt und sich runterfährt, dann bereut man das häufig. Bei mir bezog sich das auf Politik, auf ein bisschen politische Unzufriedenheit.“
Doch wer solche Kommentare schreibt, muss mit Konsequenzen rechnen.
„Jegliche Straftat, die über das Internet feststellbar ist oder im Internet begangen wird, kann verfolgt und rechtlich gewürdigt werden. Volksverhetzung ist dabei der gravierendste Straftatbestand und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden.“
Im Kampf gegen Hass hält Daniel Liebe für die stärkste Waffe. Und immerhin überwiegt im Netz die Anteilnahme. Daran gilt es festzuhalten.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche