Eigentlich wird Hape Kerkeling hier am Abend beim 35. Kinofest Lünen, im Ruhrgebiet, mit einem Preis für sein Lebenswerk als Entertainer geehrt …
„Danke schön. Nehmen Sie wieder Platz. Das könnte etwas länger werden."
Joa, denn dieses Podium hier wird sowas wie eine klitzekleine Wahlkampfbühne ...
Denn da ist diese Online-Petition, die den 61-Jährigen zum nächsten Bundespräsidenten machen will. Fast 3000 Leute haben bereits unterschrieben. Was Hape Kerkeling davon hält?
„Vor zehn Jahren hätte ich Ihnen gesagt: ,Nein, das ist nicht möglich!' Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen nach all dem, was in der Welt geschieht, und wenn ich mir angucke, wer so an der Spitze von Nationen steht: Ich schließe nichts mehr aus."
Die Idee vom Politiker-Hape geistert schon seit 2009 bei manchen durch den Kopf. Damals will er es als Bundeskanzler versuchen – zumindest im Film, als Horst Schlämmer in „Isch kandidiere". Und auch am Abend findet der Gedanke Anklang …
„Das fände ich gut. Bundespräsidenten werden ja auch von den Promis gewählt und ich glaube, so einer wie Kerkeling wird schon echt gut machen."
„Kann ich mir gut vorstellen. Ich glaube, ein bisschen Humor kann die Politik gebrauchen."
Ende Januar 2027 soll nun ein neuer Bewohner fürs Schloss Bellevue gewählt werden. Und auch da bringt Hape Kerkeling eine gewisse Expertise mit sich. Wo er doch 1991 als falsche niederländische Königin Beatrix vorfährt ... und als solche weiter kommt als gedacht, wie er sich zurückerinnert.
„Unten im Fußraum dieser Limousine lag meine Redakteurin Birgit Reckmeyer, und ich sage zu ihr: ,Du, du wirst lachen, wir sind durch. Wir fahren auf Schloss Bellevue zu!', sagt sie: ,Nein, kann nicht sein.' Ich sag: ,Doch, wir sind durch. Was mach ich jetzt?' 'Ja, mach weiter'."
Der Rest ist Fernsehgeschichte. Folgt bald noch politische Geschichte im Schloss Bellevue?!
„Das ist eine schöne Immobilie. Also insofern ist das meinerseits kein hundertprozentiges Nein."
Jetzt feiert Hape Kerkeling erst einmal seinen Preis fürs Lebenswerk. Einer dieser Glücksmomente, die er so sehr zu schätzen weiß.
„Zwischendurch brauchen wir einmal, zweimal, dreimal am Tag immer wieder die glücklichen Momente. Und dafür sorge ich im Moment in meinem Garten. Da ist ein Eichelhäher. Ich bin dabei, den zu zähmen. Und ich habe vor, ihm das Sprechen beizubringen."
Ein sprechender Vogel wäre ja auch eine Art Stimmenfang ...