Es ist dieser Post von Ikke Hüftgold auf Instagram, der den Ballermann-Zoff geradezu heraufbeschwört.
„Es gab noch nie so viele schlechte Scheiß-Party-Schlagermusik wie dieses Jahr. Wir haben ganz viele Leute, die nichts können. Die machen jetzt Musik.“
Wen er damit meint, das lässt er zunächst offen, zumindest bis heute Morgen. Denn in unserem Interview wird Matthias Distel, der Mann hinter Ikke, heftig nachlegen.
„Jetzt wird der Markt geflutet von Influencern, von YouTubern, von Trash-Leuten, die halt einfach in der Regel nichts können.“
Fakt ist: Die Ballermann-Szene hat sich in den letzten Jahren verändert – Jürgen Drews, Mickie Krause, Mia Julia. Während es früher die ganz großen Namen waren, die sich auf Mallorca die Klinke in die Hand gaben, tummeln sich heute so viele, sagen wir mal Künstler am Ballermann wie nie.
Und zu einigen Kollegen hat der Musikproduzent eben eine ganz klare Meinung.
„Wie Umut - ich lese mal vor - Marco Cerullo, Juliano Fernandez, Janine Pink, Marc Eggers.“
„Qualität sieht anders aus und das verwässert unseren Markt. Das verwässert halt auch die Musik, weil diese Leute Reichweiten haben. Diese Musik wird dann gehört und die Leute sagen: ‚Aha, das ist also Mallorca-Schlager. Das ist ganz schön schlecht.‘ Deshalb wird bei uns keiner dieser Leute mehr die Tür aufgemacht bekommen.“
Der 49-Jährige, der Stars wie Isi Glück oder Lorenz Büffel produziert hat und als Ikke Hüftgold selbst auf der Bühne steht, sieht ein Qualitätsproblem am Ballermann. Klingt erst mal echt skurril bei den Texten, aber Matthias ist damit nicht allein. Tim Toupet sieht es ähnlich: „Ich führe das auch darauf zurück, dass der Ballermann eine riesengroße Cashcow ist. Und jetzt jeder sich in den Ballermann reinflüchtet, in den früher so gehassten Ballermann.“
Auch KI-generierte Musik sei ein immer größer werdendes Problem. Der Ballermann-Müll kommt bei Ikke deshalb direkt in die Tonne, geschickt unterlegt mit dem eigenen frischen Partysong. Also vielleicht doch alles nur gelungene Promo zur Saisoneröffnung?
Nein, sagt Matthias Distel, ihm ginge es einfach nur um das: „Wir betreiben hier einen ernsthaften Job, der hart ist und den man ernst nehmen sollte da draußen.“
In einer Woche startet die Ballermann-Saison. Mal schauen, wie die Urlauber dann auf die mehr oder weniger gute neue Partyschlager-Musik reagieren.