„Ich liebe ihn einfach!": Neues Tattoo für Katja Krasavice! Schmerzhafte Erinnerung an ihren toten Bruder (†30)
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Für ihren verstorbenen Bruder legt sich Sängerin Katja Krasavice jetzt unter die Nadel. Mit einem besonderen Tattoo will sie Oto ehren, der sich im März 2007 das Leben genommen hat. Mit welchem Motiv die 29-Jährige ihren Bruder ab jetzt immer bei sich trägt, erfahrt ihr im Video.
Es ist eine ganz andere Seite, die Katja Krasavice hier zeigt. Zwar auch auf nackter Haut, aber das hier geht tiefer. Genauer gesagt, unter die Haut.
„Ich habe ja zwei meiner Brüder verloren und einer hat sich im Knast das Leben genommen. Und er hatte so einen Drachen und ich denke immer öfter an ihn. Umso älter ich werde, umso mehr vermisse ich ihn."
Als Katjas älterer Halbbruder Otto stirbt, ist sie gerade 14 Jahre alt. Ein Trauma, das sie bis heute prägt, eines von vielen. Erlebnisse, die die Musikerin zu der starken Frau gemacht haben, die sie jetzt ist. Was ihr großer Bruder heute wohl dazu sagen würde? Wir treffen Katja Krasavice diese Woche im Berliner Tattoostudio von Daniel Krause.
„Hallo. Schön, hier zu sein. Ich freue mich. Wir machen ein Tattoo. Ein ganz besonderes."
Deshalb vertraut die Rapperin auf den Profi, der schon Detlef Soost, Sarah Connor und Tom Hardy unter der Nadel hatte. Stechen wird das Motiv aber Tattoo-Künstler Nene aus den USA. Der hat schon für die ganz Großen gestochen.
„Kanye West, ich habe Chris Brown tätowiert. Auch Deutsche wie Kontra K."
Und jetzt auch Katja. 2014 wird die gebürtige Tschechin als provokante Influencerin bekannt. Ein paar Jahre später schafft sie als Rapperin den Sprung in die Charts.
Heute steht Katja Krasavice für Selbstbestimmung und sexuelle Freiheit. Immer wieder provoziert sie bewusst, will sich behaupten. Etwas, das auch mit ihrer Vergangenheit zu tun hat. Katjas Kindheit ist nicht leicht. Sie wächst mit vier älteren Brüdern auf. Geld ist knapp, ihre Eltern trennen sich früh, der Vater drogenabhängig und gewalttätig.
„Und es war ja so, dass mein Vater pädophil ist, war, und dann inhaftiert wurde, weil meine Freundin verge... hat, die 9, 10, 11 Jahre alt war.
Ihre Mutter zieht sie allein groß. Als Katja acht ist, stirbt ihr Bruder Max mit 18 Jahren an Knochenkrebs. 2007 der nächste Schicksalsschlag.
„Ich habe viel geweint, aber ich wollte es nicht wahrhaben. Auch an dem Tag, wo ich erfahren habe, dass mein Bruder sich erhangen hat, habe ich gesagt: Das ist eine Lüge. Das stimmt nicht."
Ihr Bruder Otto ist 30, als er stirbt. Sein Grab besucht sie selten. Es tut einfach zu sehr weh. Heute fühlt Katja sich ihm näher als jemals zuvor.
„Er hat sich das Leben genommen. Ich werde dieses Jahr 30 … Irgendwie ist es so verrückt."
Deshalb will sie jetzt das gleiche Tattoo unter der Haut tragen wie er.
„Was hast du für eine Erinnerung an ihn?"
„Wie ich. Maximal eingebildet, aber trotzdem großherzig. Cool, gegen den Strom. Selbstbewusst. Männlich. Hübsch. Ich liebe ihn einfach. Ich merke einfach, dass er da ist."
Und bald soll auch der Drache, den Otto auf dem Rücken trug, auf Katjas Haut verewigt sein. Zuerst kommt die Schablone. Und dann geht's los. Ja. Katja beißt sich durch, arbeitet sich hoch. Erst aus ihrer schweren Kindheit, jetzt durchs Showbusiness. Im Januar trennt sie sich nach sieben Jahren von ihrem Manager Drilon.
„Die Dynamik, dass man mit seinem Manager zusammen ist, ist einfach, wenn man nicht 100 Prozent das perfekte Team ist, einfach auch schwierig. Irgendwie habe ich das Gefühl, das hat mich nicht traumatisiert. Und gleichzeitig habe ich dann eine Beziehung gehabt, die auch toxisch war."
Katja zieht einen Schlussstrich, kämpft sich wieder frei und managt sich jetzt selbst, übernimmt Verantwortung für sich und das, was sie tut. Auch als sie vergangenes Jahr betrunken Auto fährt. Heute sagt sie: Die Geldstrafe ist verdient.
„Und ich stehe auch zu meinen Fehlern. Und ich finde das ganz wichtig. Und es zeigt Stärke und Selbstbewusstsein."
Deshalb sieht Katja sich selbst als Vorbild, auch wenn sie polarisiert. Ihr Mantra: Das tun, was sie will und immer ehrlich sein. Wenn ihr Bruder Otto sie heute sehen könnte, wäre er vermutlich auch ehrlich.
„Ich würde sagen: Krass, der macht das nicht wegen mir und so, aber der wird es feiern. Das ist viel schöner geworden, als ich dachte. Hier sieht man es ja auch noch mal, glaube ich. Ähm, ja. Ich bin sehr glücklich."
Und Ihre Mama bestimmt auch. Ihr zeigt Katja das Tattoo als Erstes.
„Meine Mama weint immer bei jeder. Bei allem. Die weint und freut sich. Für sie ist ja ihr erstes Kind. Also die ist ja immer noch sehr traurig. Für sie wird das ganz besonders sein."
So bleibt Ottos Andenken für immer auf ihrer Haut. Nur gut, dass sie die gern zeigt. So kann es auch jeder sehen.
