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Satire

Bei der Satire handelt es sich um eine Kunstform. Mithilfe von Überspitzung werden politische und gesellschaftliche Ereignisse sowie Personen kritisiert.

Satire picture alliance / imageBROKER | KFS

Der Begriff Satire leitet sich aus dem lateinischen Wort satira ab, was wörtlich übersetzt bedeutet "mit Früchten gefüllte Schale" bedeutet. Grob übertragen bedeutet es auch "bunte Mischung". Das Wort beschreibt eine Kunstform, die genutzt wird, um bestimmte Umstände anzuprangern. Die Kritik ist gegen Personen, Ereignisse oder Zustände gerichtet. Dabei arbeitet die Satire mit Über- oder Untertreibungen und Ironie. Die Objekte der Kritik werden so ins Lächerliche gezogen. Dies kann in fast jeder literarischen Form stattfinden. Auch Zeichnungen stellen satirische Inhalte dar. Dementsprechend ist "bunte Mischung" eine passende Übertragung.

Die Geschichte der Satire

Satire gab es bereits in der Antike. Dort wurde sie zunächst als Vers- oder Prosadichtung definiert, erfüllte aber damals schon die der Funktion der Kritik. Mit der Zeit wurde sie in ihrer Form freier. Im Mittelalter nahm sie wieder eine starre Form an, als Ständesatire. Hier wurde nicht das Ständesystem an sich kritisiert, sondern vielmehr diejenigen, die ihrer Aufgabe innerhalb des Standes nicht nachkamen. Auch die Übertretung der Sozialordnung war ein Thema. Diese galt als von Gott geschaffen und wurde nicht infrage gestellt. Dies änderte sich in der Renaissance. Hier wurden die Kunstformen der Antike wiederentdeckt. Zu dieser Zeit entwickelten sich die heute noch populären Formen der Satire. Über sämtliche Epochen und historischen und politischen Ereignisse spielten Satiren in deren Aufarbeitung eine wichtige Rolle. Mit dem Druck von Zeitschriften und Zeitungen sowie dem Aufkommen des Fernsehens entwickelten sich neuen Möglichkeiten.

Was darf Satire?

Eine strikte Einordnung von Satire ist relativ komplex. Es gibt fast genauso viele Theorien, wie es Satiriker gibt. Schon deshalb taucht in den Medien regelmäßig die Frage auf: "Was darf Satire?" Etwa bei der sogenannten "Böhmermann-Affäre". Am 31. März 2016 veröffentliche Jan Böhmermann ein Gedicht in seiner Sendung Neo Magazin Royale über den türkischen Präsidenten Erdo?an. Dieser stellte daraufhin Strafanzeige gegen Böhmermann. Infolge dieser Ereignisse entstand eine kontroverse Diskussion darüber, ob es sich hierbei noch um Satire handle. Am 4. Oktober 2016 wurde das Strafverfahren gegen Böhmermann eingestellt. Diese Ereignisse zeigen, wie schwierig zum Teil der Umgang mit satirischen Darstellungen sein kann. Vor allem dann, wenn sie sich gegen bestimmte Personen richten.