Der Krieg droht, sich auszubreiten. Natokräfte fangen in der türkischen Grenzregion eine iranische ballistische Rakete ab. Hier zu sehen die Trümmer der NATO-Abwehrrakete. Das Militärbündnis alarmiert. Wir stehen in engem Kontakt mit unseren NATO-Verbündeten. Wir sprechen unsere Warnungen in aller Deutlichkeit aus, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Der Iran versichert, es sei keine Rakete in Richtung der Türkei abgeschossen worden. Die NATO sieht das anders. Sie ist sich sicher: Das war Absicht. Dass Ankara nun um Beistand der NATO bittet, sprich: den Bündnisfall ausruft. Darauf gibt es nach Angaben aus NATO-Kreisen keine Hinweise. Aber eine grundsätzliche Debatte: Wie weit darf und soll die NATO gehen, wenn Mitgliedsstaaten in einen Krieg hineingezogen werden? Artikel fünf des NATO-Vertrages besagt.
Wird also ein NATO-Staat angegriffen, unterstützen die anderen. Ein Eingreifen des Bündnisses kann aber nur einstimmig entschieden werden. Im konkreten Fall halten schon zwei Natomitglieder, Spanien und Frankreich, die Angriffe der USA und Israels auf den Iran für völkerrechtswidrig. Die Türkei setzt nach dem Abfangen der iranischen Rakete auf Deeskalation. Ankara hat den iranischen Botschafter einbestellt, um ihm die Besorgnis der Türkei mitzuteilen, so die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.