Es ist ein Horrorszenario: In einem Tunnel bleibt ein brennender ICE stehen. 100 Fahrgäste stecken fest, viele von ihnen schwer verletzt.
,,Hilfe!"
Aber die Hilfe kommt viel zu spät.
„Wie lange liegst du schon hier?“
„Bestimmt zwei Stunden.“
Das alles passiert am Wochenende im Thüringer Sandbergtunnel zwischen Erfurt und Nürnberg. Die einzige gute Nachricht: Es ist eine Übung, die aber ordentlich schiefgeht. Und das vor den Augen des Innenministers, der sich heute um Schadensbegrenzung bemüht.
„Ganz ehrlich? Ich bin stinksauer! Das ist ein fundamentaler Fehler, der da geschehen ist. Der muss sofort abgestellt werden.“
Dafür läuft die Auswertung der monatelang geplanten Großübung jetzt auf Hochtouren. Nach ersten Erkenntnissen hat die Alarmierungskette, in der unter anderem ein Fax eingesetzt wurde, nicht funktioniert.
„Normalerweise ist es so, dass etwa 15 Minuten nach Auslösung der Alarmierung die ersten Einsatzkräfte vor Ort sind. Und da habe ich halt gemerkt, nach einer halben Stunde, hier stimmt was nicht.“
Erst deutlich später treffen die ersten Rettungskräfte ein. Im Ernstfall hätte die Verzögerung gerade bei einem Tunnelbrand Menschenleben gekostet, sagen Experten.
„Wir haben im Tunnel eine sehr viel höhere Rauchausbreitungsgeschwindigkeit. Und solche Schadensereignisse im Tunnel sind eigentlich immer sehr, sehr schwierig und mit Sicherheit auch mit Opfern verbunden.“
Umso wichtiger ist es also, dass aus dieser Pannenübung alles etwas lernen.
Verwendete Quelle: Eigene RTL-Recherche