Der eine stürmt mit Crocs auf einen Berggipfel, der andere wirkt mit der Jogginghose eher, als käme er von einer Übernachtungsparty - und nicht, als würde er eine Klettertour machen.
Und in diesem Fall sieht die Kleidung zwar besser aus. Aber der junge Mann filmt sich auf einem Klettersteig auf der Zugspitze OHNE Seil und postet dazu:
„Kein Seil, kein Plan, Reue: Zehn von zehn, aber würde es wieder machen."
Es sind Extrembeispiele - doch immer häufiger müssen solche leichtsinnigen Alpintouristen aus Notsituationen gerettet werden. Unter anderem von Bergretter Robin Lutnig und seinen Kollegen - denen dieser Trend Sorgen macht.
Bergretter Robin Lutnig: „Es sind junge Leute, 18 bis 20 Jahre, haben meistens super Kondition und Ausrüstung, aber es fehlt ihnen die Erfahrung. Grundlegender Fehler ist Selbsteinschätzung und falsche Planung der ganzen Tour."
Dazu kommen eine schlechte Vorbereitung auf die Schneelage oder die letzte Talfahrt vom Gipfel.
Allein die Bergrettung Ehrwald musste dieses Jahr schon 30 verhinderten Gipfelstürmern zu Hilfe eilen - doppelt so vielen wie im gesamten vergangenen Jahr.
Schuld sind diverse Social-Media-Videos, die ein falsches Bild von in Wirklichkeit schwierigen Bergtouren verbreiten.
Touristin: „Es ist sehr schön und sehr bekannt. Instagram, Facebook, es ist wirklich schön.“ Reporter: „Haben Sie gute Schuhe dafür?“ Touristin: „Nein! Ist ja nur für ein Foto."
NUR ein Foto oder Video - für das man im Extremfall sein Leben riskiert.
Die Bergretter appellieren, sich die Touren und deren Anforderungen auf Websites für Bergsteiger anzuschauen und nicht bei Instagram.
Bergretter: „Da gibt es einen schönen Spruch: 'Die Berge, die laufen nicht davon'. Und so ist es auch."
So bleibt die Bergtour sicher und ein schönes Erlebnis. Denn dass sich immer mehr junge Menschen für Bergsport begeistern, ist ja auch ein positiver Trend.