Discounter vs. Supermarkt: Vitamincheck bei Obst und Gemüse – ist teuer wirklich besser?
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Frisch und knackig soll es sein! Doch macht es einen Unterschied, ob wir unser Obst und Gemüse günstig im Discounter oder teuer im Supermarkt einkaufen? Unsere Testfamilie Brüning geht für uns in verschiedene Geschäfte. Ein Lebensmittelkontrolleur und ein Labor prüfen die Ware auf ihren Vitamin-C-Gehalt. Wie überstehen die Produkte die teils langen Transportwege aus Spanien oder Italien? Das Ergebnis unseres Lebensmitteltests ist durchaus überraschend.
Frisch und knackig soll es sein. Obst und Gemüse und natürlich voll gesunder Vitamine, Aber: „Sobald ich die Frucht oder das Gemüse abschneide, pflücke, fängt er an, der Vitamingehalt, sich zu senken.“ Macht es einen Unterschied, ob wir die Produkte günstig oder teuer einkaufen? Wir checken die Qualität mit einem Lebensmittelkontrolleur und prüfen den Vitamin C Gehalt im Labor. Die Produkte lassen wir von Familie Brüning aus dem rheinischen Hennef einkaufen. Das Mutter-Tochter Duo Maike und Frieda in zwei großen Discountern. Vater Mike und Sohn Hannes im Supermarkt. Bio lassen wir aus. Auf der Einkaufsliste stehen: Äpfel, Orangen, Brokkoli und Paprika. Los geht’s. Zum Vergleich schauen die Brünings bei allen Waren immer auf die Kilopreise. „So haben wir die günstigsten Orangen gefunden. Das ist aber ein XXXXL Sack.“ Bei Lidl sind die günstigsten Äpfel sogenannte Wetteräpfel, das heißt, sie haben Hagel abbekommen. Im Supermarkt sollen Mike und Hannes derweil bewusst die teuersten Produkte aussuchen, die es an diesem Tag hier gibt. „Ich will eine gute mit vielen Vitaminen. Wow, die sind super.“ Die Auswahl hier ist jeweils etwas größer. Wir stellen fest: In unserem Fall sind die Supermarkteinkäufe ungefähr doppelt so teuer wie die beim Discounter. Während ein zertifiziertes Labor für uns den Vitamincheck macht, packen wir zu Hause mit den Brünings aus, zusammen mit Lebensmittelkontrolleur Bernd Stumm. Wir starten mit Brokkoli. In Deutschland wächst er frisch, etwa von Juni bis September. Daher sind die Einkäufe der Brünings von heute eingereist, aus: „Italien. Spanien. Spanien. Bella Italia.“ „Ich denke, dass wir so bei 3 bis 4 Tagen etwa liegen, bis wir von den Südländern die Ware hier haben. Hier kann man sehen, dass die Ware schon anfängt zu blühen. Also dann ist die Ware nicht mehr frisch." Daher wird er am besten kühl und etwas feucht oder in Plastik gelagert. Die besten Produkte sind für den Experten optisch die beiden Discounterprodukte. Doch sind sie auch bei den Vitaminen gleichauf? Das Labor hat folgende Werte ermittelt. Ein frischer Brokkoli soll 90 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm haben. Drei von den Brünings gekaufte Brokkoli kommen auf fast exakt diesen Wert. Aldi, Rewe und Edeka liegen gleichauf trotz Preisunterschied. Nur Lidl leicht darunter. „Ja , wir haben jetzt dreimal die gleichen Werte und einer ist ein bisschen drunter . Das liegt vielleicht daran, dass er einen Tag länger gelegen hat.“ Weiter geht's mit der Paprika. Auch die stammt teils aus „Spanien. Spanien.“ Aber auch „Ägypten. Niederlande.“ Heißt der Transportweg unterscheidet sich deutlich und damit auch, wie schnell die Paprika bei uns ist. Favorit des Experten ist der spanische Import von Aldi Süd. Und der liefert auch einen echten Vitaminbooster mit 141 Milligramm pro 100 Gramm. Genauso viel wie eine gute Paprika auch haben sollte. „Bei der Paprika fällt mir zunächst mal auf, dass insbesondere der Aldi einen wunderbaren Wert hat. Bei den beim Lidl, bei der Ware, da war der Wert geringer. Aber man muss dazu sagen, diese Ware kommt auch aus Ägypten. Der Transportweg ist ja länger." Dass der Transportweg eine Rolle spielt, sah man auch bei den Äpfeln. Denn im Gegensatz zu den anderen Produkten stammen alle Äpfel aus Deutschland. Im Preis SEHR unterschiedlich hatten ALLE einen guten Vitamingehalt. Die günstigsten Wetteräpfel von Lidl für 0,88 € das Kilo sogar den besten. Damit zu den Orangen. Die haben gerade im Gegensatz zum Apfel Hochsaison bei der Ernte. Unsere kommen mal wieder alle aus „Spanien.“ Rund 80 % unserer Orangen werden von hier importiert. Die günstigsten Orangen liefert in unserer Stichprobe Lidl mit 0,75 € pro Kilo, die bewusst teuer gekauften bei den Supermärkten jeweils für 3,99 €. Auch die beäugt der Lebensmittelkontrolleur ganz genau. „Ich gucke hier nach Schalenfehler und nach Druckstellen. Und weich. Der ist weich. Wenn ich die fühle…“ „Stimmt“ „Ist die ganz anders.“ Und deswegen liegt beim ersten Qualitätscheck für den Experten hier die teure Orange von Rewe vorn. Die dicke Schale hat übrigens noch einen Vorteil. „Hier hält sich der Vitamin-C- Gehalt länger, weil die Schale das Ganze schützt. Und deswegen ist das ein bisschen anders wie bei einem Apfel.“ Der optische Eindruck spiegelt sich auch in den Laborwerten wieder. Die teure Orange von Rewe hat hier den höchsten Vitamingehalt, während der Profi eine erste Bilanz zieht. Darf die Familie endlich auch mal probieren. Roh ist übrigens gesünder. „Ich finde die Paprika von Aldi super lecker.“ „Die Äpfel, die finde ich auch super." „Man kann jetzt nicht pauschal sagen, dass teuer gleich besser schmeckt oder dass günstig gleich schlechter schmeckt." Bleibt noch die Frage: Teuer oder günstig? Mit welchem Obst und Gemüse Korb haben wir insgesamt die meisten Vitamine eingekauft?
„Ich bekomme gerade das Ergebnis reingereicht.“
„Von unserem Notar.“
„So ist es. Es gibt zwei gute Nachrichten. Es muss nicht teuer sein. Die meisten Vitamine waren im Obst und Gemüse von Aldi, also dem Discounter, und ich möchte noch sagen: Es gab keine Ausreißer nach unten. Bei allen getesteten Lebensmitteln war der Vitamingehalt überraschend gut. Und das sind doch gute Nachrichten. Das ist gut. Na gut. Ich lasse hier.“
