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Ärzte deuteten Lizzys Schmerzen falsch

Diagnose Menopause – kurze Zeit später stirbt junge Mutter (27) an Krebs

Lizzy Evans heiratet kurz vor ihrem Tod ihre Jugendliebe Joshua.
Lizzy Evans heiratet kurz vor ihrem Tod ihre Jugendliebe Joshua.
© justgiving.com, justgiving

10. April 2021 - 11:53 Uhr

Krebs im Endstadium statt verfrühter Menopause

Im Alter von nur 27 Jahren ist Lizzy Evans aus Bagillt, Wales, an Krebs gestorben. Die Ärzte hatten ihre Beschwerden falsch gedeutet und als vorzeitige Menopause abgetan, wie die britische Tageszeitung "The Sun" berichtet.

Während der Schwangerschaft erhielt Lizzy die Diagnose Gebärmutterhalskrebs

Doch ihr Leidensweg begann schon früher: Als Lizzy im Jahr 2020 mit ihrem vierten Kind schwanger ist, erhält sie die Diagnose Gebärmutterhalskrebs. Um die Behandlung so schnell wie möglich beginnen zu können, wird die Geburt ihres Babys acht Wochen vor dem errechneten Termin eingeleitet.

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Im Mai 2020 dann die erlösende Nachricht: Die Behandlung hat laut der Ärzte gut angeschlagen, und die junge Mutter ist krebsfrei. Doch die Freude währt nur kurz.

Chemotherapie kann verfrühte Wechseljahre auslösen

Denn fortan leidet Lizzy unter chronischen Schmerzen – im Rücken, in den Schultern und im Nacken. "Ich ging zu meinem Hausarzt mit Rücken-, Schulter-, Rippen- und Nackenschmerzen, die in meinen ganzen Körper ausstrahlten", erzählt Lizzy kurz vor ihrem Tod gegenüber "North Wales Live". "Der Hausarzt führte die Schmerzen darauf zurück, dass ich wegen der früheren Behandlung in die Wechseljahre gekommen war", so die junge Mutter weiter. Sie sei mit Schmerzmitteln und dem Hinweis "ich solle wiederkommen, wenn es nicht funktioniere" nach Hause geschickt worden.

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Tatsächlich kann eine Strahlen- oder Chemotherapie verfrühte Wechseljahre auslösen. Laut der Onkologie Bochum muss etwa ein Drittel aller Frauen unter 40 Jahren nach einer Chemotherapie mit einer permanenten Menopause rechnen. Bei Frauen zwischen 40 und 50 Jahren betreffe es zwei Drittel, bei Frauen über 45 Jahre sogar 90 Prozent. In Lizzys Fall hatten die Schmerzen jedoch eine andere Ursache.

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Biopsie bringt traurige Gewissheit - der Krebs ist zurück

Als die Schmerzen nicht nachlassen und sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert, entscheidet sich Lizzy zur Durchführung verschiedener Untersuchungen. Eine Röntgenaufnahme ergibt, dass sich Flüssigkeit in ihrer Lunge befindet, woraufhin weitere Tests und eine Biopsie durchgeführt werden.

"Ich wartete auf die Ergebnisse und wurde am 20. Januar 2021 zurückgerufen", erzählt Lizzy. Ihr wurde mitgeteilt, dass der Gebärmutterhalskrebs in die Lunge vorgedrungen sei, "was anscheinend sehr selten ist", so die junge Frau weiter. Zudem hatte der Krebs weiter gestreut und auch die Wirbelsäule und das Gehirn befallen. "Der Krebs wurde als Stadium 4 (Endstadium) eingestuft". Lizzy wurde gesagt: "Die Symptome sind nur kontrollierbar, nicht heilbar."

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Hätte ihr Tod verhindert werden können?

Die Diagnose erscheint umso tragischer, wenn man erfährt, dass der jungen Mutter gesagt worden war, sie würde regelmäßig überwacht werden. Doch aufgrund der Corona-Pandemie war dies laut eigener Aussage von Lizzy "nicht geschehen".

Die Sun Online berichtet, dass es allein in Großbritannien "zehntausende unnötige Krebstode" geben könnte, da Operationen und Chemotherapien wegen des Coronavirus verzögert oder abgesagt werden.

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Crowdfunding-Aktion unterstützt Lizzy und ihre Familie

Für die junge Frau bricht die Welt zusammen. "Zu erfahren, dass ich Krebs habe, war ein riesiger Schock. Und nachdem ich die Entwarnung bekommen hatte, dachten wir, wir könnten mit unserem Leben weitermachen und zur Normalität zurückkehren. Dann war das einfach das Schlimmste."

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Nach ihrer Diagnose heiratet Lizzy ihren Freund Joshua (29) im Haus ihrer Mutter. Um der jungen Mutter die letzten Wochen vor ihrem Tod so schön wie möglich zu gestalten und "Erinnerungen zu schaffen", richtet die lokale Fundraising-Gruppe Belief gemeinsam mit Lizzys Familie eine JustGiving-Crowdfunding-Aktion ein und sammelt Spenden.

In einem Interview mit North Wales Live berichtet Lizzys Mutter, wie und was sie innerhalb der letzten Wochen alles dafür getan haben, um der jungen Frau die schönsten Monate ihres Lebens zu bereiten – und das mit Erfolg. "Sie (Lizzy – Anm. d. Red.) hat mir einmal gesagt, dass ich ihr die besten letzten Monate geschenkt habe. Sie hat es hier geliebt." Am 31. März ist die junge Mutter gestorben.

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