Tourette-SyndromMit Tics zum Traumberuf: Stella (26) ist jetzt Ärztin!

Sie hat es geschafft!

Stella Lingen ist Ärztin. Die 26-Jährige hat für ihren Traum alles gegeben und Erfolg. Trotz ihres Tourette-Syndroms hat sie das Medizinstudium geschafft. So geht es jetzt für sie weiter.

Sie zieht ihr Studium durch

Mit 21 Jahren erhält Stella die Diagnose: Tourette-Syndrom. Trotz Tics zieht sie ihr Medizin-Studium durch. Gestört hat ihre Krankheit dabei nicht, wie sie RTL schon 2023 erzählte: „In Gesprächen mit Patienten bin ich konzentriert, da tauchen sie kaum auf.“ Meist schaffe sie es dann auch, Tics zu unterdrücken. „Ich kann fast alles machen, auch motorisch, wie etwa Zugänge legen“, sagte sie damals. Einen Krankenwagen fahren - auch kein Problem, als sie während des Medizinstudiums im Rettungsdienst arbeitet.

Nun folgt das nächste Kapitel. Stella ist fertig mit ihrem Studium. Jetzt fehlt der jungen Ärztin noch die Facharztausbildung, doch die muss bis 2025 warten. Denn Stella will erst noch ihre Dissertation schreiben. Danach will sie irgendwann eine Praxis als Allgemeinmedizinerin eröffnen.

RTL hat Stella während des Studiums begleitet. Wie sie ihren Weg bis zum Ende ihres Studiums gemeistert hat, seht ihr im Video.

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Ärztin hat eigenen Youtube-Kanal

Lingen auch ihren eigenen Youtube-Kanal: „Stella - Die Lizenz zum Fluchen“, hat sie ihn genannt. Dort erzählt sie von ihrem Alltag mit der Krankheit und klärt über medizinische Themen auf.

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Was ist das Tourette-Syndrom?

Patienten mit Tourette-Syndrom leiden an extrapyramidalen Hyperkinesen, also an Bewegungsstörungen, die durch das extrapyramidale System im zentralen Nervensystem ausgelöst werden. Das Resultat sind Bewegungen, die sich stereotyp wiederholen. Meist liegt den Tics der immer gleiche Ablauf zugrunde. Neben einer rasch unwillkürlichen Gestikulation liegen oft verbale Tics vor, so vor allem in Form von unnatürlichen Geräuschen. Auch Beschimpfungen sind verbale Tics. Die motorischen Tics manifestieren sich oft als Grimassen, Kopfwerfen oder Naserümpfen. Manche Patienten führen unwillkürlich auch obszöne Gesten vor, wiederholen die Bewegungen anderer Menschen oder imitieren die eigenen Bewegungen. Die verbalen Tics können den Patienten analog dazu Sätze oder Worte aus der Umgebung wiederholen lassen. Oft verstärkt sich die Symptomatik besonders in Stresssituationen und klingt in absoluter Ruhe ab.

Tic-Störungen wie das Tourette-Syndrom können nicht geheilt, aber durch Psychopharmaka zumindest abgemildert werden. (pdr)