12. Juni 2019 - 14:01 Uhr

Pfandsammeln als Vollzeit-Job

Cem Yilmaz verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen. Wie tausende andere begeisterte Fans, freut er sich Monate auf das Festival Rock am Ring. Allerdings kommt der 37-Jährige weniger für die Musik, als viel mehr für den Müll der anderen. Genau genommen für deren Pfand – und das lohnt sich richtig. Um die Flaschen später zu Geld zu machen, braucht er sogar einen Termin beim Supermarkt – wie das aussieht, zeigen wir im Video.

Das Geld liegt auf dem Boden

85.000 Besucher tummeln sich auf dem riesigen Festival-Gelände, um ein ganzes Wochenende ihre Lieblingsbands zu feiern. Dabei wird es feuchtfröhlich und die Wenigsten interessiert, was mit dem Pfand auf ihren Dosen passiert.

Das ist das große Glück für Cem Yilmaz. Der Duisburger kommt nämlich genau dafür und das schon seit Jahren. Gemeinsam mit seiner Mutter sammelt er jährlich die Dosen der Feierwütigen ein. Solange, bis der Laster voll ist.

Was für andere nach Müll aussieht, ist in Wahrheit bares Geld – das einfach auf dem Boden herumliegt. Innerhalb weniger Tage verdient der 37-Jährige so viel Geld, wie andere in einem halben Jahr. Da stellt sich die Frage, ob Pfandsammeln nicht versteuert werden muss.

Bis 8.472 Euro ist alles geschenkt

Wer die ein oder andere Pfandflasche oder –dose mitnimmt, braucht sich keine Gedanken machen. Der steuerliche Grundfreibetrag liegt bei 8.472 Euro. Wer den nicht überschreitet, wird steuerfrei für seine Mühe belohnt. Runtergerechnet sind das 100 Flaschen oder sogar 290 Bierflaschen am Tag. Die wenigsten Pfandsammler werden an diese Summe herankommen.

Anders sieht das bei den professionellen Festival-Sammlern aus. Da reichen schon wenige Festivaltage, um über die jährliche Freimenge zu kommen. Cem Yilmaz muss seine Einkünfte also regulär versteuern. Auch wenn es sicherlich schwierig ist, nachzuvollziehen, wie viel Geld der Sammler tatsächlich verdient.