„Wenn du nicht es nicht sagen kannst, schreibe es auf“Vom Opa missbraucht - wie dieser Briefkasten die kleine Lily (10) rettete

„Das hat meine Tochter gerettet!“
DAS ist ein kleiner Briefkasten des Vereins „Les Papillons“, der in französischen Schulen hängt. Kinder können dort Zettel hineinwerfen und Missbrauch melden. So wie die kleine Lily, deren Mutter jetzt im Sender BMTV berichtet, was ihrer Tochter zugestoßen ist.
Großvater missbrauchte auch Lilys Cousinen
Die zehnjährige Lily wurde von ihrem Großvater vergewaltigt. Dass dieses grauenvolle Verbrechen aufgeklärt wurde, verdankt das Mädchen auch seinem Mut, sich dem Kummerkasten anzuvertrauen. „Les Papillons“ hat dieses Briefkastensystem vor fünf Jahren in 150 französischen Schulen eingerichtet. „Wenn du nicht es nicht sagen kannst, schreibe es auf“, werden die Kinder dort ermutigt.
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Das Lilys Schicksal jetzt in vielen Medien des Landes große Aufmerksamkeit zuteil wird, liegt daran, dass zum ersten Mal ein Zettel dazu geführt hat, dass ein Täter vor Gericht gestellt wird: Lilys Großvater wird sich ab September vor Gericht im Departement Ain verantworten müssen. Ihre Mutter Emilie berichtet BMTV, dass durch Lilys Meldung herauskam, dass der Großvater auch zwei ihrer Cousinen missbraucht hatte.
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„Alle Schulen und Sportstätten sollten mit diesen Briefkästen ausgestattet werden“
„Zuerst machte sie sich viele Vorwürfe. Sie war sehr mutig. Ich hoffe, dass andere Kinder den Mut haben werden, den sie hatte“, erklärt Emilie weiter. Laut dem Radiosender RTL sagte sie, dass die Zehnjährige sich einer Freundin anvertraut habe. Dieses Kind sei die einzige Person gewesen, die von dem Missbrauch gewusst habe. Das Mädchen habe ihrer Tochter geraten, einen Zettel in den Papillon-Kasten zu werfen.
Kindern fällt es nicht leicht, über Missbrauch zu sprechen und sich Erwachsenen anzuvertrauen, besonders, wenn sie in der eigenen Familie Opfer von Gewalt werden. Um Kindern die Möglichkeit zu geben, einfach Hilfe zu finden, richtete der Verein „Les Papillons“ die inzwischen 150 Briefkästen ein. Dieser Weg ist für Kinder einfacher, als den nationale Notruf 119 anzurufen, sagt der Verein.
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Dass das funktioniert, zeigt das Beispiel der kleinen Lily. Ihre Mutter findet: „Alle Schulen, alle Sportstätten sollten mit diesen Briefkästen ausgestattet werden.“ Für Emilie steht fest: „Es hat meine Tochter gerettet, das dürfen wir nicht vergessen. Ohne diesen Briefkasten wüsste ich nicht, wo wir wären.“ (uvo)


