Alle Kreuzfahrten bis Mitte Januar abgesagt

Staatsanwaltschaft ermittelt: Hacker-Angriff auf Aida?

Aida Cruises vor Saisonstart
© dpa, Christian Charisius, chc axs

03. Januar 2021 - 15:13 Uhr

Massive IT-Probleme zwingen Aida-Schiffe in die Knie

Am 1. Weihnachtsfeiertag meldete sich das Kreuzfahrtunternehmen Aida Cruises bei seinen Fans auf Facebook: "Leider sind wir derzeit von IT-technischen Einschränkungen betroffen. Daher sind wir für unsere Kunden telefonisch und per E-Mail aktuell nicht zu erreichen." Die technischen Probleme sind so gravierend, dass das Unternehmen alle Kanaren-Kreuzfahrten bis Mitte Januar absagen musste. Jetzt ermittelt die Rostocker Staatsanwaltschaft. Der Verdacht dem "Spiegel" zufolge: Computersabotage.

Aida bat Landeskriminalamt um Hilfe

Nach den erheblichen IT-Problemen bei der Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida Cruises und der Absage von Silvesterkreuzfahrten rund um die Kanaren hat die Rostocker Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. "Unsere IT-Spezialisten und die von Aida schauen, was passiert ist", sagte der Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft, Harald Nowack, der Deutschen Presse-Agentur.

Den Ermittlungen sei eine Anfrage von Aida Cruises an das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern vorangegangen. Wie der "Spiegel" einen Sprecher der Behörde zitiert, sei der Grund für die Ermittlungen der Verdacht auf Computersabotage.

Aida weiterhin nicht per Telefon und E-Mail erreichbar

Wie ein Sprecher von Aida Cruises auf dpa-Anfrage berichtete, mussten sechs weitere Reisen der beiden Schiffe "AidaPerla" und "AidaMar" rund um die Kanarischen Inseln bis Mitte Januar abgesagt werden. Der Grund dafür sei, dass die IT-Probleme weiter bestehen. Das Unternehmen sei darüber hinaus per Telefon oder E-Mail weiter nicht zu erreichen.

Die begonnenen Reisen der Schiffe "AidaPerla" und "AidaMar" seien regulär beendet worden, die neuen Reisen wurden jedoch nicht angetreten. Begonnen hatten laut Sprecher die IT-Störungen auf der "AidaMar": Vorgänge an Bord, die normalerweise mit einer Chipkarte erfolgen, mussten per Hand geschehen. Eine Userin bestätigte das in einem Facebook-Kommentar: "Wir sind auf der Aidamar bekommen die Probleme mit. Alle shows sind abgesagt. Alles wird gerade offline geregelt. Ein Teil der Ausflüge können nicht starten. Hier bemüht man sich den Stress nicht anmerken zu lassen", schrieb sie am 27.12. unter den Beitrag von Aida.

Wie RTL auf Anfrage von einem Aida-Sprecher erfuhr, erhalten die Gäste den Reisepreis zurück sowie zusätzlich einen Kreuzfahrtgutschein. "Die Sicherheit der Schiffe ist nicht betroffen", erklärte der Sprecher.


Quelle: DPA/RTL.de

Auch Reederei Hurtigruten Mitte Dezember angegriffen

Die norwegische Reederei Hurtigruten wurde Mitte Dezember ebenfalls Opfer eines umfassenden Datenangriffs: Mehrere Systeme des Unternehmens lagen nach Aussage des Anbieters lahm. Offenbar war die gesamte globale IT-Infrastruktur betroffen. Angegriffen wurden die Systeme demnach mutmaßlich von einem Virus, mit dem Lösegeld gefordert wird.