Nach 35 Jahren Gefangenschaft

Endlich Freiheit für "den einsamsten Elefanten der Welt": Kaavan wird umgesiedelt

08. September 2020 - 17:22 Uhr

Ende der lebenslangen Haft für Kaavan

Kaavan wurde bekannt als der "einsamste Elefant der Welt". Doch nach 35 Jahren im Marghazar Zoo in Islamabad gibt es nun endlich gute Nachrichten für den Dickhäuter: Er soll in ein Tierschutzzentrum umsiedeln dürfen! Der Elefantenbulle kam 1985 als Geschenk von Sri Lanka nach Pakistan und lebte dort mit seiner Partnerin Saheli, bis sie im Jahr 2012 starb. Seither war der sanfte Riese komplett allein in seinem Gehege.

Wie es mit Kaavan weitergeht, sehen Sie im Video.

Körperliche und geistige Schäden durch jahrelange nicht artgerechte Haltung

Neben der Einsamkeit kommt noch dazu: Kaavan geht es nicht gut in seinem bisherigen Gehege. Laut Tierarzt Dr. Amir Khalil zeigt Kaavan sichtbare Anzeichen von Fettleibigkeit aufgrund falscher Ernährung und mangelnder Bewegung. "Ausserdem sind seine Nägel rissig und verformt, was vermutlich am ungeeigneten Bodenbelag in seinem Gehege liegt", meint er weiter.

Auch die Einsamkeit sowie mangelnde körperliche und geistige Herausforderungen haben laut Dr. Frank Göritz vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung bereits ihre Spuren hinterlassen bei dem Dickhäuter hinterlassen. "Er hat bereits stereotypes Verhalten entwickelt, bei dem er stundenlang mit seinem Kopf und Rüssel hin und her wackelt", sagt der Tierarzt. Insgesamt seien die Ergebnisse der Blutuntersuchungen aber gut. Deswegen soll einer Umsiedlung nichts mehr im Wege stehen.

Kaavan wird sein neues Zuhause in einem Tierschutzzentrum in Kambodscha finden. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hilft jetzt bei der medizinischen Versorgung und sicheren Evakuierung des Tiers.

Zoo wird geschlossen

Wegen seiner schlechten Haltungsbedingungen war der Zoo in der pakistanischen Hauptstadt bereits oft in die Kritik geraten. Im Jahr 2016 wurde eine internationale Kampagne zur Rettung von Kaavan gestartet. Im Mai 2020 entschied das Höchstgericht in Islamabad dann endlich, den umstrittenen Zoo zu schließen. 1978 war der Zoo als Wildtierschutzzentrum errichtet worden. Doch in den vergangenen Jahren wurden über 500 Zootiere als vermisst gemeldet. Über zwei Dutzend Tiere starben innerhalb dieser Zeit. Erst im Juli diesen Jahres waren schockierende Aufnahmen aufgetaucht, in denen zwei Tierpfleger unbedacht Feuer im Käfig zweier Löwen legten.