"Uns steht das Wasser bis zum Hals"

Aktion "Licht an!" macht auf Corona-Lage der Friseure aufmerksam

Im Zuge des Lockdowns mussten auch Friseure ihre Läden schließen - für viele ein Kampf mit der Existenz.
Im Zuge des Lockdowns mussten auch Friseure ihre Läden schließen - für viele ein Kampf mit der Existenz.
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31. Januar 2021 - 10:23 Uhr

Deutschlandweite Aktion geht von Samstag bis Montag

Wer am Sonntag einen Spaziergang durch seine Stadt macht, der könnte sich über Licht in leeren Friseursalons wundern. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks ruft die Inhaber der 80.000 heimischen Friseursalons dazu auf, 24 Stunden Licht anzulassen - von Sonntagmorgen bis Montagmorgen, manche Salons haben schon am Samstagabend damit begonnen.

"Uns steht das Wasser bis zum Hals"

Die Aktion geht bis zum 1. Februar. "An diesem Tag sollten wir ursprünglich wieder öffnen können", sagt Harald Esser, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks. "Uns steht das Wasser bis zum Hals - wir brauchen endlich schnelle und umfassende Hilfe vom Staat."

Bei vielen Friseuren seien die Konten leer, sagt der Branchenvertreter. Die Miete und andere Fixkosten müssten weiterbezahlt werden, obwohl es keine Einnahmen gebe.

Hilfe lässt auf sich warten

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"Wir sind von der Politik vergessen worden"

"Wir leisten einen immensen Beitrag zur Pandemiebekämpfung, sind aber trotzdem von der Politik vergessen worden", moniert Esser. Die "Licht an!"-Aktion soll nach seinen Worten dazu führen, dass die Misere der Friseure wieder stärker in das öffentliche Bewusstsein rückt. Ob die Friseure wie derzeit geplant Mitte Februar wieder aufmachen können, ist völlig ungewiss. "Ich hoffe es", sagt Esser, "aber ich bin skeptisch". Umso wichtiger sei es, dass der Staat seine Branche mit 240.000 Mitarbeitern endlich wesentlich stütze.

Bei der Aktion macht zum Beispiel die Solinger Friseurmeisterin Melanie Tillert mit. "Mit der Dauerbeleuchtung in unseren Salons wollen wir den Leuten zeigen, dass wir noch da sind und dass wir zusammen füreinander einstehen", sagt Tillert.


Quelle: DPA/RTL.de