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Singapur-GP: Vettel triumphiert nach 2-Stunden-Abbruch

23.09.12 19:41
Start zum Singapur-GPViel Rauch um Nichts: Der Start zum Singapur-GP
Foto: dpa bildfunk

Sebastian Vettel ist der 'King of the Night': Der Doppel-Weltmeister hat beim 3-Millionen-Watt-GP in Singapur vom Ausfall des Polesetter Lewis Hamilton profitiert und das wegen zwei Safety-Car-Phasen nach 2 Stunden abgewunkene Rennen gewonnen. "Das ist eines der härtesten Rennen, das ist ein Killer hier", jubelte der Red-Bull-Pilot bei der Siegerehrung.

Doch dann musste der Titelverteidiger noch einmal um seinen Erfolg bangen: Die Rennkommissare luden Vettel wegen eines Vorfalls mit dem Zweitplatzierten Jenson Button vor. Nach einer 40-minütigen Anhörung beider Piloten verzichteten die Stewards jedoch auf eine Bestrafung Vettels. Damit stand fest: Vettel gewinnt den Flutlicht-GP in Singapur vor McLaren-Mann Button, Fernando Alonso im Ferrari und Paul di Resta im Force India.

Nico Rosberg hielt sich aus sämtlichen Scharmützeln raus und wurde starker Fünfter, dicht gefolgt von Kimi Räikkönen. Timo Glock belegte im Marussia Platz 12. Wenig erfreulich verlief das Rennen für Michael Schumacher und Nico Hülkenberg: Schumacher schied nach einem heftigen Auffahrunfall zum 7. Mal in dieser Saison aus, Hülkenberg wurde nach einem Crash in der Schlussphase nur 18.

Während Vettel bei den Rennkommissaren Gnade fand, verlor Teamkollegen Mark Webber wegen einer nachträglichen Strafe seinen 10. Platz und damit einen WM-Punkt. Die Stewarts urteilten, dass sich der Australier durch ein kurzfristiges Verlassen der Strecke einen Vorteil verschafft habe. Sauber-Fahrer Sergio Perez rückte dafür auf Rang 10 vor.

Der GP begann recht unspektakulär, zumindest gemessen an den bisherigen Rennen in dem Stadtstaat, bei denen es regelmäßig formidabel gekracht hatte. Doch diesmal lief alles glatt. Hamilton gewann den Start, dahinter reparierten Vettel und Button ihren Fauxpas aus dem Qualifying, langsamer als Pastor Maldonado gewesen zu sein, und zogen an dem Venezolaner vorbei. Im Mittelfeld gab es einige Ausritte in die Auslaufzone, doch die Rennkommissare verzichteten auf Sanktionen.

Schnell kristallisierte sich ein Zweikampf zwischen Hamilton und Vettel heraus, die auf dem grell erleuchteten Kurs in einer eigenen Liga und dem restlichen Feld davonfuhren. Zu einer Attacke des Deutschen auf den Briten kam es aber ebenso wenig wie zu Überholmanövern auf den Plätzen dahinter.

Nach wenigen Runden zeigte sich, was wie so häufig in dieser Saison über Wohl und Wehe ausschlaggebend sein sollte: die Reifen. Besonders Hamilton und Vettel schienen ihre Gummis in den ersten Runden zu stark gepusht zu haben. Der Red-Bull-Pilot musste sich schon in Runde 11 neue Reifen abholen. Hamilton verlor seinen zuvor erarbeiteten Vorsprung und bog zwei Umläufe später an die Box ab. Doch neu gummiert spielten Hamilton und Vettel wieder ihre Überlegenheit aus, nennenswerte Positionswechsel gab es in der ersten Boxenstoppphase daher keine.

Lewis HamiltonFür Lewis Hamilton endete das Rennen mit einem Getriebeschaden vorzeitig
Foto: Getty Images/Bongarts
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Anschließend hielt sich der Grad der Aufregung - vornehm ausgedrückt - in Grenzen. Doch in Runde 23 wurde Hamilton wie aus heiterem Himmel langsamer und rollte aus. Nach einer bis dahin blitzsauberen Vorstellung löste sich das Getriebe an seinem McLaren in Wohlgefallen auf. Vettel erbte kampflos die Führung.

Nach einem Crash von Karthikeyan in Runde 33 bremste das Safety Car das Feld ein. Die Fahrer nutzten dies, um sich neue Reifen an der Box abzuholen. Selbst Maldonado, der erst kurz zuvor gestoppt hatte, bog erneut zum Service ab. Alonso spülte es dadurch auf Platz 3 vor. Doch für Maldonado kam es noch dicker. Über Funk teilte ihm das Team mit, dass er sein Auto wegen eines technischen Problems abstellen müsse.

In Runde 39 folgte der Re-Start. Bernd Mayländer hatte allerdings nur kurz Zeit zum Verschnaufen. Kaum war das Rennen wieder freigegeben, rauschte Schumacher mit qualmenden Reifen Jean-Eric Vergne ins Heck. Da wurden Erinnerungen ans vergangene Jahr wach, als Schumacher auf ähnliche Art und Weise Sergio Perez abgeschossen hatte. "Ich kann es mir nicht erklären. Ich habe definitiv nicht zu spät gebremst", verteidigte sich der 43-Jährige, der wegen des Unfalls aber in Suzuka um 10 Startplätze nach hinten versetzt wird.

Durch die erneute Safety-Car-Phase war klar, dass die 2-Stunden-Regel zum Einsatz kommen musste. In Runde 43 gab Mayländer das Rennen wieder frei. Kurz davor gab es noch einmal einen Aufreger, wegen dem Vettel nach dem Rennen von den Stewarts zum Rapport beordert wurde: Der Deutsche wurde plötzlich langsamer und Button konnte dem Führenden nur knapp ausweichen. Vettel behauptete anschließend die Führung vor Button und fuhr den Sieg nach 59 von den eigentlich vorgesehenen 61 Runden sicher nach Hause. In der WM-Wertung ist er mit 165 Punkten wieder erster Verfolger von Alonso (194 Zähler).

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