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Rennfahren bedeutet nicht nur bunte Knöpfchen drücken

14.07.12
Sebastian VettelVettel sieht seinen Beruf von Fans und Kritikern nicht ausreichend gewürdigt.
Foto: dpa bildfunk

Sebastian Vettel hat im Interview mit ‚formula1.com‘ mit dem Mythos 'Traumjob Rennfahrer' aufgeräumt. Vor allem die fehlende Würdigung für zahlreiche Aspekte jenseits der TV-Kameras ärgert den Weltmeister: "Die Leute sehen dich im Auto, sehen dich racen, und wenn es gut für dich läuft, jubeln sie dir zu. Aber sie sehen nicht, was nötig ist, um auf dieses Level zu kommen und dort zu bleiben – die Disziplin, das tägliche Training und die Mühe, den Versuchungen, den man widerstehen muss und die harten Zeiten, die man durchlebt. Das sind die körperlichen Herausforderungen, die die Außenwelt nicht sieht."

Vor allem intellektuell gehe es nicht nur darum, im Kreis zu fahren und bunte Knöpfe zu drücken. Rennfahren sei eine Herausforderung für den Kopf: "In Gesprächen mit deinen Ingenieuren musst du auf einem Level mit ihnen sein, die technischen Vorgänge in einer laborähnlichen Umgebung verstehen. All diese Aspekte sehen die Fans nicht. Wenn man den Fernseher anmacht und sich das Qualifying ansieht, denkt man vielleicht, das sei alles viel Lärm um nichts, dass wir nur ein paar Runden drehen. Aber dorthin zu kommen ist ein 24-Stunden Marathon über mindestens zehn Monate hinweg."

Vettel: "Es ist nicht alles Gold, was glänzt"

Obwohl Vettel die Arbeit als Formel-1-Pilot nach wie vor als seinen Traumjob bezeichnet, betont er: "Es ist nicht alles Gold, was glänzt." Man könne sich auf das Leben als Rennfahrer nicht vorbereiten: "Man kann sich nicht im Geringsten vorstellen, was auf einen zukommt. Du reist pausenlos, hast einen 24-Stunden-Job und nur wenig Zeit für dich selbst. Noch weniger Zeit bleibt für Familie und Freunde. Es sieht von außen selten so aus wie es sich anfühlt, es zu leben."

Vor allem das Reisen sei oft eine echte Bürde und unterscheide sich maßgeblich von dem eines Urlaubers. Dieser freue sich darauf ins Flugzeug zu steigen, in einem Hotel zu schlafen und morgens am Buffet zu frühstücken. "Wir sind einfach nur glücklich, wenn wir zur Abwechslung mal in unserem Bett schlafen und in unserer eigenen Küche rumfuhrwerken können", so Vettel.

Dennoch sei das Rennfahren etwas, dass dem 25-Jährigen mehr Spaß mache als alles andere und für das er sich trotz allem jederzeit wieder entscheiden würde.

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