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Kann Schumacher nicht mehr überholen?

14.05.12

Foto: dpa bildfunk

Was ist nur los mit Michael Schumacher? Beim Spanien-GP krachte der Rekordchampion mit seinem Mercedes-Silberpfeil ins Heck des Williams von Bruno Senna. Es war bereits der fünfte Auffahrunfall des Altmeisters innerhalb nur knapp eines Jahres.

Im vergangenen Jahr hatte Schumacher in Singapur das Rennen von Sauber-Mann Sergio Perez und zuvor in Silverstone auch das von Perez‘ Teamkollegen Kamui Kobayashi zerstört. Zudem war er gleich zwei Mal mit Vitali Pertov aneinandergeraten: In Valencia und beim Großen Preis der Türkei. In Istanbul hatte Schumacher zugegeben: "Ich habe Petrov nicht gesehen. Der Unfall geht auf meine Kappe."

Auch am Wochenende in Barcelona offenbarte der siebenmaligen Weltmeister wieder Wahrnehmungsprobleme. Nachdem er mit seinem Silberpfeil im Kiesbett gelandet war beschimpfte er Unfallgegner Senna via Boxenfunk als "Idiot", wirft anschließend wütend das Lenkrad weg. Später gibt er im Interview dem Neffen von Formel-1-Legende Ayrton Senna die Alleinschuld für den Vorfall.

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Rennkommissare bestrafen Schumacher

"Ich versuchte, im Windschatten zu attackieren, Senna macht rechts zu. Dann denke ich mir gut, probierst du es links, dann zieht er mir links vors Auto, ich versuche auszuweichen und knalle ihm ins Heck rein", schilderte Schumacher bei RTL den Vorfall und beschwerte sich: "Es ist total unvernünftig, in der Bremsphase die Richtung zu wechseln. Ich gehe davon aus, dass wir das bei den Stewards besprechen."

Nur mit einer Aussage lag der 43-Jährige richtig: Die Rennkommissare bestellten ihn und Perez tatsächlich zu einer Anhörung. Der Beschreibung des Unfallhergangs konnten sie freilich nicht folgen. Die Fernsehbilder zeigten deutlich: Nicht Senna fuhr zick-zack, sondern Schumacher hinter dem Brasilianer.

Konsequenz: Die Stewarts bestraften Schumacher wegen Verursachen einer Kollision. Beim nächsten Grand Prix in Monte Carlo muss der Mercedes-Pilot fünf Plätze weiter hinten starten. „Dann muss ich halt in Monaco angreifen“, kommentierte der 91-malige Grand-Prix-Sieger den Schuldspruch lapidar. Eine Entschuldigung für Senna? Fehlanzeige. "Ich glaube nicht, dass Michael jemals sagen wird: Es war mein Fehler, tut mir leid.", sagte Senna.

Mit jedem Jahr, das Schumacher länger in der Königsklasse Gas gibt, scheint er seinen Namen mehr und mehr zu beschädigen. Sah es zu Beginn der Saison noch so aus, als hätte der Rekordweltmeister zu seinem 17 Jahre jüngeren Teamkollege Nico Rosberg aufgeschlossen, ist er inzwischen teamintern längst wieder zur Nummer 2 abgestiegen. In den ersten fünf Saisonrennen sah er drei Mal nicht die Zielflagge.

Die Experten fragen: Schafft Schumacher in dieser Verfassung noch einen Sieg in seiner zweiten Formel-Karriere? Und etwas höhnisch: Wen will der Silberpfeil-Pilot in Monaco angreifen?

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