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K.o. für die Königsfiguren Schumacher und Hamilton 23.09.12

Michael Schumacher ist in Singapur nach einem Unfall ausgeschieden. Foto: Jens Büttner, DPA

Nach drei Tagen im Rampenlicht verließen Lewis Hamilton und Michael Schumacher die Bühne von Singapur durch den dunklen Seitenausgang.

Ein Getriebeschaden am McLaren des lange führenden Hamilton und ein kapitaler Crash von Schumacher beendeten das Nachtrennen für die beiden Fahrer, die derzeit abseits der Strecke die Hauptrollen im pikanten Transfertheater spielen. Für Schumacher hat der Unfall Folgewirkungen: Die Rennkommissare gaben dem Rekordchampion die Schuld für die Kollision mit Toro-Rosso-Pilot Jean-Eric Vergne und brummtem ihm eine Strafe auf. Beim kommenden Rennen in Suzuka muss Schumacher zehn Plätze weiter hinter starten.

Auch sein drittes Comeback-Jahr im Silberpfeil steht nicht unter dem besten Stern. Im 14. Saisonrennen kam er zum sechsten Mal nicht ins Ziel. Krachend war er kurz nach der ersten Safety-Car-Phase in das Heck von Vergne gedonnert. "Ich habe definitiv nicht zu spät gebremst", beteuerte Schumacher und entschuldigte sich beim Franzosen. Vergeblich versuchte Schumachers Mercedes-Team zu belegen, dass der Unfall in Singapur die Folge eines Bremsdefektes gewesen sei. Die Stewarts begründeten die Strafe unter anderem damit, dass es der zweite Vorfall in diesem Jahr gewesen sei. In Barcelona hatte er in einer ähnlichen Situation Williams-Fahrer Bruno Senna gerammt.  

Hamilton zumindest nahm es philosophisch. "Man sollte einen Menschen nicht daran messen, wo er in angenehmen Zeiten steht, sondern im Moment der Herausforderung und der Kontroverse", twitterte er neben einem Bild des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King.

Nichts hatte die Formel 1 bis zu den Pannen der beiden Superstars in Singapur mehr beschäftigt als der mögliche Wechsel des Briten als Nachfolger des Rekordweltmeister zu Mercedes. "Ich habe mir sagen lassen, dass es ziemlich viele interessante und unterschiedliche Geschichten gibt, wenn man die Boxengasse entlanggeht", ließ Schumacher wissen. "Ich würde vielleicht dem einen oder anderen das gleiche raten, das ich mache, nämlich nicht die Boxengasse entlangzulaufen", fügte der 43-Jährige mit einem Lächeln hinzu.

Tatsächlich machten immer neue Denkmodelle die Runde. Klar scheint, dass McLaren Hamilton nur einen Vertrag mit reduzierten Bezügen angeboten hat. Der 27-Jährige und sein Management prüfen deshalb Alternativen. Im Gegenzug will Mercedes nicht unsanft überrascht werden, wenn Schumacher am Saisonende doch aufhören sollte. Inzwischen aber wird sogar diskutiert, ob der schwäbische Autobauer Hamilton in jedem Fall holen will und den siebenmaligen Champion in die Rente schickt. Die "Bild"-Zeitung brachte gar die Rolle eines Sportchefs für den Altmeister ins Gespräch.

Im Rennen sah es zunächst danach aus, als würde der lange führende Hamilton seine Verhandlungsposition weiter stärken. Ein Sieg, und der Champion von 2008 wäre noch dichter am WM-Spitzenreiter Fernando Alonso dran gewesen. Dann streikte das Getriebe - und der zweite Titel war plötzlich wieder ganz weit weg für Hamilton. "Ich werde nicht aufgeben. Es wird allerdings härter und härter", sagte er.

Bei Mercedes ist die Frage, wie lange der Routinier noch Zeit hat, im Mercedes endlich wieder an alte Erfolge anzuknüpfen. Die vielen neuen Bauteile, die der Rennstall nach Singapur mitgebracht hatte, funktionierten noch nicht nach Wunsch. "Man kann schon einiges Gutes erkennen", versicherte Schumacher trotzdem.

Bis Oktober wollen beide Seiten entscheiden, ob sie den steinigen Weg auch in der neuen Saison miteinander weitergehen. Auch bei Hamilton könnte es bald Klarheit geben, vermeldeten Branchenkenner aus dem Zentrum der Gerüchteküche. Demnach sei der neue Vertrag bei McLaren in wenigen Tagen in trockenen Tüchern. Das allerdings hatten andere vermeintliche Experten schon vor Monaten behauptet.

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