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FIA: Vettel regelkonform - Ferrari fordert Klärung

29.11.12 18:24
Sebastian VettelSebastian Vettel muss noch bis Freitag um seinen WM-Titel zittern
Foto: Getty Images/Bongarts

Danner: "Entscheidung im Sinne des Sports"

Aufatmen für Sebastian Vettel: Die FIA hat das angeblich in einer Gelbphase erfolgte Überholmanöver des Weltmeisters gegen Jean-Eric Vergne beim Brasilien-GP als regelkonform eingestuft. Demnach habe ein Steward zwischen der letzten gelben und der ersten grünen Ampel eine Grüne Flagge geschwenkt und damit die Gelbphase aufgehoben. Dennoch forderte Ferrari die FIA schriftlich auf, Vettels Manöver zu prüfen.

Ferrari hat theoretisch noch bis Freitag Zeit, offiziell Einspruch gegen die Wertung des Saisonfinales in Sao Paulo einzulegen. Dann müsste das Berufungsgericht der FIA entscheiden. "Flaggen-Krimi um Vettel. Steht der WM-Titel zur Diskussion?", schrieb 'La Gazzetta dello Sport." Angesichts der aktuellen Faktenlage scheint ein Protest der Scuderia jedoch eher unwahrscheinlich.

"Natürlich lauert da eine potenzielle Gefahr für Vettel", urteilte RTL-Experte Christian Danner. "Untersucht werden muss es auf alle Fälle." Das kursierende Videomaterial sei allerdings sehr vage. "Die FIA hat die GPS-Daten und kann dann genau auswerten, wer wann wo war, wo es Gelbphasen gab, ob ein Streckenposten einen Fehler gemacht oder ob die Technik gestreikt hat." Eine 20-Sekunden-Strafe gegen Vettel und damit der Verlust des WM-Titels sei zwar theoretisch möglich, allerdings glaubt Danner an eine Entscheidung "im Sinne des Sports", denn es sei auch Aufgabe der FIA, "die Verhältnismäßigkeit zu prüfen".

Manche vermuten, dass Fernando Alonso hinter dem Aufbegehren der Scuderia steckt. "Ich brauche keine Wunder, ich mache meine Wunder mit richtigen Gesetzen", hatte der 31-Jährige am Mittwoch getwittert und damit sämtliche Spekulationen erst richtig in Fahrt gebracht. Hinter den Kulissen soll auch sein Management ordentlich mitgemischt haben.

Sebastian Vettel überholt Jean-Eric Vergne, obwohl an seinem Lenkrad die gelben LEDs leuchten
Foto: Formula One

Die Hintergründe der Diskussion

Was war eigentlich geschehen? Nach dem Thriller von Sao Paulo sind Onboard-Aufnahmen (das Video wurde inzwischen vom Formula One Management entfernt) aufgetaucht, die ein Überholmanöver von Vettel gegen Vergne in Runde 4 zeigen.

Wo ist das Problem? Vettel zog augenscheinlich in einer Gelb-Phase an dem Franzosen vorbei. Auf den betreffenden Video-Aufnahmen sind deutlich die gelben Lichter am Streckenrand sowie die gelb aufleuchtenden LEDs auf Vettels Lenkrad zu erkennen. Überholen während einer Gelb-Phase ist jedoch verboten. Werden Verstöße gegen die Gelben Flaggen während eines Rennens geahndet, bekommt der Verursacher eine Durchfahrtsstrafe. Nachträglich - bislang aber immer noch am Renntag - werden für gewöhnlich 20-Sekunden-Strafen verhängt. Vettel würde im Klassement auf Platz 8 zurückfallen, Alonso wäre in diesem Fall Weltmeister.

Ist der Vorfall wirklich so klar? Nein, ganz im Gegenteil. Es gibt auch Aufnahmen, die kurz vor Vettels Manöver auf der linken Seite einen Steward zeigen, der eine - offenbar grüne - Flagge schwenkt. In diesem Fall wäre das Überholen an dieser Stelle erlaubt gewesen. Laut Renndirektor Charlie Whiting ist der Fall daher eindeutig. "Zwischen der letzten gelben Ampel und der grünen Ampel wurde eine grüne Flagge geschwenkt. Der Abstand beträgt hier 350 Meter. Vettel hat auf die Flagge reagiert und alles richtig gemacht", zitiert ihn 'auto, motor und sport'.

Hat Red Bull den möglichen Regelverstoß selbst bemerkt? Obwohl in der letzten Runde das Safety Car auf der Strecke war, überfuhr Vergne, der schließlich Achter wurde, die Ziellinie mit fast 17 Sekunden Rückstand auf seinen Vordermann Michael Schumacher und 19,2 Sekunden hinter dem sechstplatzierten Vettel. Das nährt die These, dass Red Bull auf seinen Schwesterrennstall Toro Rosso Druck ausübte, Vergne solle mindestens 20-Sekunden-Sicherheitsabstand auf Vettel einhalten. Womöglich hat sich der Franzose einfach knapp verkalkuliert. Denn wäre er 8 Zehntel langsamer gewesen, hätte auch eine nachträglich Zeitstrafe gegen Vettel keine Auswirkung auf die Titelvergabe gehabt.

Gibt es keine Tatsachenentscheidung? Doch, die gibt es. Allerdings ist es laut Formel-1-Reglement auch möglich, diese im Nachhinein anzufechten, sofern "ein neues Element entdeckt wurde, obwohl bereits eine Regelung seitens der Stewards gefunden wurde", heißt es in Paragraph 179. Zudem geht es in diesem Fall um die Titelvergabe. "Der Zeitraum, in dem nachträglich Einspruch eingelegt werden kann, endet am 30. November des Jahres, in dem die Entscheidung getroffen wurde, sofern diese möglicherweise einen Einfluss auf das Ergebnis einer Meisterschaft haben kann."

Welche Strafen sind möglich? Sollte Vettel für die Aktion tatsächlich noch bestraft werden, würde er normalerweise eine Durchfahrtsstrafe kassieren, die nachträglich in eine 20-Sekunden-Strafe umgewandelt wird. Allerdings ist es doch sehr unwahrscheinlich, dass die FIA wegen eines kleinen Vergehens mal eben einen WM-Titel aberkennt, zumal sich der Vorfall bereits in der 4. Runde ereignet hatte. Angesichts seines überragenden Renn-Speeds hätte Vettel eine Durchfahrtsstrafe wahrscheinlich nicht weit zurückgeworfen. Durch die Safety-Car-Phase in der letzten Runde sind zudem die Zeitabstände bei der Zieldurchfahrt Makulatur, eine 20-Sekunden-Strafe wäre unverhältnismäßig. "Es wird nichts passieren. Sebastian Vettel ist Weltmeister 2012", sagte Bernie Ecclestone zu 'Spiegel Online'

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