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Fans sauer: “Formel 1 verkommt zur Pirelli-WM“

15.05.12
Pirelli, Formel 1Welcher Reifen ist der richtige? Eine Kunst für sich
Foto: xpb.cc

Die Formel 1 muss sich Gedanken machen und wird um eine Grundsatzentscheidung wohl nicht herumkommen. Mit Pastor Maldonado trug sich nach dem fünften Rennen schon der fünfte verschiedene Fahrer in die Siegerliste der Saison 2012 ein. So weit, so gut – aber: Die ‘Königsklasse‘ ist auf dem Weg, zu einer völlig unberechenbaren Rennserie zu verkommen, weil die Reifen eine viel zu große Rolle einnehmen.

Monatelang malochen und tüfteln die Ingenieure der Teams im Drei-Schicht-Betrieb an der Entwicklung der Autos. Doch auf der Rennstrecke steht und fällt der Erfolg einzig und allein mit den Reifen – so ist zumindest der Eindruck der Betrachter. An der tadellosen Leistung Maldonados und des Williams-Teams gibt es natürlich überhaupt nichts auszusetzen. Solche Überraschungen machen letztendlich den Sport aus. Langsam aber sicher scheint jedoch ein Punkt erreicht zu sein, an dem die Fans genug haben vom Lotterie-Spiel Formel 1.

Im sport.de-Voting ‘5 Rennen, 5 Sieger: Spielt die Formel 1 verrückt?‘ ist das Ergebnis wie folgt: 66 Prozent der sport.de User meinen: “Ja, da blickt ja keiner mehr durch“. 34 Prozent finden die aktuelle Formel 1 gut und stimmten: “Genau das wollen wir sehen“. (Stand: Dienstag, 17:30 Uhr)

'P Zero' ist einfach unberechenbar

“Das hat nichts mehr mit Formel 1 zu tun“

Noch deutlicher fallen die Reaktionen bei Facebook aus. “So macht das keinen Spaß, sicher ist es schön, mal andere Fahrer auf dem Podest zu sehen, nur leider siegt hier nicht mehr der schnellste Fahrer. Ganz klar Daumen runter“, postete Sascha Obermann auf der Facebook-Seite von sport.de. Ähnlich sieht es auch Norbert Peter: “Der beste Reifenflüsterer gewinnt. Wer geschickter vom Start bis ins Ziel rutscht, hat gewonnen. Mit F1 hat das nichts zu tun.“

Die Stimmung scheint zu kippen – und Pirelli fährt einen gefährlichen Kurs. Natürlich setzt der italienische Pneu-Hersteller nur die Vorgaben der FIA um, aber in der öffentlichen Wahrnehmung der Zuschauer und Fans werden die Pirelli-Reifen mehr und mehr kritisch gesehen. “Das ist immer noch die Königsklasse und wenn es sich nur noch um Reifen dreht, würde ich das ganze Pirelli-WM nennen, dann würde auch ein 10-PS-Motor reichen“, postete Reiner Ferling in der Facebook-Gruppe ‘Formel 1 bei RTL‘.

Nico Rosberg, eigentlich ein Freund der Pirelli-Reifen, sah die Reifen-Problematik nach dem Spanien-GP ebenfalls sehr kritisch: “Es geht nur noch ums Reifen-Management - sogar im Qualifying“, sagte der Mercedes-Pilot in seinem Video-Blog bei sport.de.

Natürlich sind auch sehr viele Fans in den RTL- und sport.de-Facebook-Gruppen begeistert vom Wechselspiel in der Formel 1. So zum Beispiel schreibt Ramon Santos Mora: “Die Formel 1 ist spannend wie nie. Und nur, weil kein Deutscher dominiert, wird schon nach Fehlern gesucht. Die Pneus, die gefahren werden, sind für alle dieselben.“ Der Trend unter den Fans ist jedoch eindeutig: Etwa drei Viertel der Fans sind in ihren Postings nicht zufrieden mit der Formel 1, wie sie sich momentan präsentiert. Die Formel 1 wandelt auf einem schmalen Grat.

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