Diskussion um Tests in Mugello: Macht das Sinn?
03.05.12

Foto: xpb.cc
Mugello in der schönen Toskana und die große Frage, die immer lauter diskutiert wird: Was sollen diese Tests überhaupt bringen? Und das, obwohl alle Teams nun schon seit Jahren darum kämpfen, dass das Testverbot innerhalb der Saison wieder aufgehoben wird.
Seit 2008 ist es nun wieder so weit, vor dem Auftritt der Formel 1 in Europa darf 3 Tage in Italien getestet werden. Alle betonten im Vorfeld, wie wichtig diese Tests sind. Es muss weiterentwickelt werden, neue Teile am und im Auto müssen ausprobiert werden.
Und nun? Das Lob für die wunderschöne Strecke, die übrigens Ferrari gehört, kommt aus jedem Mund. Sebastian Vettel, Timo Glock oder Nico Rosberg sind angetan: "Es ist eine tolle Strecke, die echt Spass macht. Die vielen schnellen Kurven, das Auf und Ab einfach toll!" Doch wenn man dann genauer zuhört, ist kaum mehr was Überschwängliches zu hören!
Denn man fährt auf einer Strecke, von der man keine Referenzpunkte hat, auf einer Strecke, die nicht im WM-Kalender ist. Red-Bull-Teamchef Christian Horner äußert sich ironisch: "Die Gegend ist schön, man isst hier fantastisch, aber wir schmeißen einen Haufen Geld raus. Die Notwendigkeit hierherzukommen ist nicht besonders groß", moniert der Brite.
Seit 2008 ist es nun wieder so weit, vor dem Auftritt der Formel 1 in Europa darf 3 Tage in Italien getestet werden. Alle betonten im Vorfeld, wie wichtig diese Tests sind. Es muss weiterentwickelt werden, neue Teile am und im Auto müssen ausprobiert werden.
Und nun? Das Lob für die wunderschöne Strecke, die übrigens Ferrari gehört, kommt aus jedem Mund. Sebastian Vettel, Timo Glock oder Nico Rosberg sind angetan: "Es ist eine tolle Strecke, die echt Spass macht. Die vielen schnellen Kurven, das Auf und Ab einfach toll!" Doch wenn man dann genauer zuhört, ist kaum mehr was Überschwängliches zu hören!
Denn man fährt auf einer Strecke, von der man keine Referenzpunkte hat, auf einer Strecke, die nicht im WM-Kalender ist. Red-Bull-Teamchef Christian Horner äußert sich ironisch: "Die Gegend ist schön, man isst hier fantastisch, aber wir schmeißen einen Haufen Geld raus. Die Notwendigkeit hierherzukommen ist nicht besonders groß", moniert der Brite.
Vettel hat Spaß
Mit dieser Meinung steht Horner nicht allein. Auch Eric Boullier, Teamchef von Lotus, ist der Meinung, es würde unnötigerweise Geld verschwendet. Die Formel 1 geht ihre eigenen Wege, die der Aussenstehende nie so recht verstehen wird.Beispiel Felipe Massa, dessen Zukunft bei Ferrari eher keine ist. Nach Testtag 2 sagte der Brasilianer: "Es wäre besser gewesen, alle Neuheíten hier schon am Auto zu haben. Ein paar Upgrades haben wir hier, den Rest bringen wir erst am Rennwochenende in Barcelona." Ein glücklicher Formel-1-Pilot hört sich anders an. Auch würde sich einer zurückhaltender äußern, wenn er wüsste, dass die Zukunft in Rot auch über das Jahresende eine Option wäre....
So hieß es eben viel testen, Quantität, wie bei Michael Schumacher, der am 2. Testtag Rekordmann war mit 144 Runden oder 750 km. Ein leichteres Karbongetriebe wurde wohl installiert ("es läuft wunderbar!"). Das heißt, bei den Silberpfeilen steht die Standfestigkeit-Prüfung neuer Teile im Vordergrund. "Wir haben unser Testprogramm abgespult, das ist sehr positiv gelaufen", sagte der siebenmalige Champion.
À propos Michael Schumacher. Seine Aussagen zu den Pirelli-Reifen, man könne nur noch mit 60 oder 70 Prozent durch die Kurven fahren, sonst flögen einem die Pneus um die Ohren, beschäftigt weiter das Fahrerlager. Kaum einer teilt seine Meinung. Teamgefährte Nico Rosberg sieht in den gewollt schnell abbauenden Pirelli-Gummis eine große Herausforderung. Es mache Spass, das richtige Reifenmanagement zu finden. Ähnlich äußern sich Marussia-Pilot Timo Glock und andere Fahrer.
Paul Hembery, Pirellis Reifenchef, ging am Dienstag in die Offensive. "Das war die Reaktion eines frustrierten Piloten. Fragt die Podiumspiloten, die sagen das Gegenteil", sagte Hembery. "Wir sollten diese Art von Reifen herstellen. Die Resonanz ist insgesamt sehr positiv. 4 Rennen, 4 Sieger, soviel Abwechslung, das hat auch mit den Reifen zu tun. Die Reifen sind der einzige Parameter, auf den die Fahrer aktiv Einfluss nehmen können. Das ist die große Herausforderung....!"
Am Dienstagabend - nach verrichteter Arbeit - schaute Michael Schumacher noch einmal bei Pirelli vorbei, um mit Hembery zu reden. Über den Inhalt des Gesprächs ist nichts bekannt. Aber das Reifenthema wird uns wohl noch weiter beschäftigen.
Und der Herr Weltmeister? Sebastian Vettel genießt die Zeit in Mugello, ist sehr früh angereist, um Teamkollege Mark Webber und die anderen Fahrer bei der Arbeit zu beobachten. Den 24-Jährigen sah man mit dem Teamradio auf den Ohren in der Box oder auch mit dem Mountainbike an der Strecke und seit Dienstagnachmittag selbst am Lenkrad: "Solche Tests machen schon Sinn, wir haben hier weniger Zeitdruck als am Renn-Wochenende einige Dinge auszuprobieren", freut sich Vettel. "Die Strecke, die ich zuvor ja noch nie gefahren bin, macht schon verdammt viel Spaß."
Fußball gespielt hat er auch, gewonnen auch - 3:2 gegen eine regionale Kickerauswahl. Kapitän war er mit der Nummer 1 auf dem Rücken, nicht Torwart, der Weltmeister bekommt die 1! Luftlöcher hat er getreten, Pech im Abschluss. Einmal passte er per Messi-Heber, aber Giancarlo Fisichella schloss schlecht ab.
Aber Spaß, das ist das Wichtigste, hat er auf jeden Fall gehabt: "Ja, meine Pässe waren deutlich besser als meine Abschlussversuche. Auch wenn es vielleicht so aussah, ich war nicht betrunken wie meine Frankfurter Eintracht, die frisch aufgestiegen ist", gab Vettel zu Protokoll. "Die Knochen sind wohl noch etwas eingerostet, aber es war eine gute Gaudi...."
Aus Mugello Jan Krebs













