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Alonso : Man braucht mehr als einen Sieg für den Titel

11.06.12
Fernando Alonso (Ferrari), Sebastian Vettel (Red Bull), Lewis Hamilton (McLaren)Die ersten drei der WM-Wertung, Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Fernando Alonso trennen nur 3 Punkte.
Foto: xpb.cc

Sebastian Vettel gönnte sich erstmal eine Abkühlung im Wasser der Regatta-Strecke von Olympia 1976. Von Ärger oder gar Frust nach dem deutlich verpassten ersten Sieg in Montreal und letztlich nur Rang 4 war beim zweimaligen Champion nichts zu spüren.

"Alles in allem war es ein gutes Wochenende für uns", bilanzierte Vettel, bevor er sich auf den Weg nach New York machte. Dort stand neben dem Dreh eines Musikvideos für einen Sponsor auch eine Premiere auf dem Programm. Mit einem Straßenauto soll Vettel als erster Fahrer den neuen Stadtkurs vor der Skyline von Manhattan in New Jersey umrunden, bevor dann noch ein Besuch bei US-Star-Talker und Motorsport-Fan David Letterman geplant war.

"Darauf freue ich mich ganz besonders", sagte Vettel, für den die späte Taktikänderung zu einem zweiten Reifenwechsel nötig und richtig war. "Vor dem Stopp war ich drei Sekunden hinter Fernando Alonso, letzten Endes sind wir vor ihm ins Ziel gekommen", so Vettel: "Wir konnten immerhin wichtige Punkte sammeln und so wie es aussieht, ist man auch wirklich auf jeden einzelnen angewiesen."

Der 24-Jährige weiß, in der verrückten Formel-1-Saison 2012 mit mittlerweile 7 Siegern in 7 Rennen und 10 von 24 Piloten auf dem Podest gilt das Motto: (Vorn) Dabei sein ist alles. "Beides", antwortete Vettel auf die Frage, ob Siege oder Punkte mitzunehmen in diesem Jahr wichtiger seien.

"Es ist einfach nicht so, dass es einen Dauersieger oder einen Dauerpodiumsbesucher gibt", urteilte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, dessen Fahrer Michael Schumacher nach erneutem Ausfall und Nico Rosberg auf Rang 6 beim Großen Preis von Kanada sowohl vom Sieg als auch vom Podium weit entfernt waren.

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Keke Rosberg reichte ein Sieg zum Titel

An ein Ende der Formel Unberechenbar glaubt Saisonsieger Nummer sieben, Lewis Hamilton, auch nicht. "Ich denke, so wird es das ganze Jahr weitergehen", sagte der Brite, der mit seinem ersten Saisonerfolg das Gewinnerroulette weiter in Fahrt hielt. "Ich kann mich nicht erinnern, so etwas jemals gehört zu haben", meinte der McLaren-Pilot und Champion von 2008 zum Personalreigen auf dem Podest.

Und weitere Siegkandidaten stehen in den Startlöchern: Beispielsweise Lotus-Pilot Romain Grosjean oder Sauber-Mann Sergio Perez, die in Montreal als Zweiter und Dritter schon jeweils zum zweiten Mal in diesem Jahr auf das Siegerpodest fuhren. Aber auch Grosjeans Teamkollege Kimi Räikkönen, der Felipe Massa im zweiten Ferrari oder Schumacher könnten an einem perfekten Tag ganz vorne landen.

Die bisher meisten Sieger in einem Jahr hatte es 1982 gegeben, als in 16 Rennen gleich elf verschiedene Fahrer gewannen. Damals sicherte sich Nico Rosbergs Vater Keke mit nur einem GP-Sieg den WM-Titel. "In diesem Jahr braucht man sicher mehr als einen Sieg", meinte Alonso. Diese Einschätzung mag mit der Grund dafür gewesen sein, dass der Spanier und sein Team in Montreal versuchten aggressiv mit der Ein-Stopp-Strategie auf Sieg zu fahren, statt sichere 18 Punkte für Platz 2 mitzunehmen.

Auf stark nachlassenden Reifen fiel Alonso ohne den zweiten Wechsel in den letzten Runden noch vom zwischenzeitlichen ersten auf den fünften Platz zurück und büßte damit die WM-Führung ein. Auch wenn es in den italienischen Medien wieder Kritik für die Scuderia hagelte, zog Alonso ein positives Fazit. "Wir waren in der Lage, das Rennen zu gewinnen", sagte Spanier. In zwei Wochen hat Alonso so wieder ein Heimspiel.

Doch ob der Ferrari-Star beim Europa-GP in Valencia wieder vorne mitmischt, das weiß keiner. Auch der neue WM-Führende Hamilton ist ratlos. "Wir verstehen selbst nicht, warum manchmal Lotus schneller ist, als wir es sind, oder warum Mercedes mal schneller ist und warum ein anderes Mal wir die schnelleren sind." Aber es sei großartig für die Fans anzusehen, betonte der Kanada-Sieger.

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