Eingeschlossen im Aufzug. Auf unbestimmte Zeit. Für dieses Experiment stelle ich mich meiner Angst und komme an meine Grenzen.
Jetzt geht der Druck auf der Brust los.
Mir schießen jetzt gerade diese Bilder in den Kopf, wie ich da eingesperrt war
Unterstützt werde ich von Psychotherapeutin Dr. Myriam Vorderwülbecke, die mich im Notfall jederzeit befreien würde. Ihr erzähle ich, dass ich mich als Kind einmal selbst in der Restauranttoilette eingesperrt habe. Für mich ein extremes Erlebnis, das sich - neuroplastisch - eingebrannt hat.
Das bedeutet, dass unser Gehirn ein Leben lang lernen kann, was an sich wunderschön ist. Wenn ich aber ein Trauma erlebe oder eine Erfahrung mit sehr hohem emotionalen Impact, dann merkt sich das unser Gehirn
Und: will uns mit den Angstsymptomen vor einer solchen Situation warnen. So ist es auch bei Dschungelkandidatin Elena Miras. Sie bricht ihre Prüfung deshalb panisch ab.
"Eine schlimme Vorstellung für mich und andere Betroffene ist zum Beispiel das MRT oder umgangssprachlich die Röhre genannt."
Übrigens: Häufig wird die Raumangst mit der Platzangst verwechselt.
Aufsager Drohne
"Menschen mit Platzangst haben aber Panik auf großen öffentlichen Plätzen. Das ist also quasi genau das Gegenteil von Klaustrophobie."
Egal, um welche Angst es geht: Laut Dr. Myri sollten wir lernen mit ihr umzugehen, statt sie zu vermeiden.
Deshalb simulieren wir diese Situation mit Fremden im Aufzug. Und schnell habe ich eine medizinisch messbaren Panikattacke.
178 zu 111, Puls 119.
Normalerweise hab ich einen Ruhepuls von 85. Ich spüre wie immer den Druck auf der Brust, es fühlt sich für mich auch an wie ein Ekelgefühl. Doch ich versuche durchzuhalten, um meine Angst endlich loszuwerden.
es ist natürlich unfassbar wichtig , genau über diesen Break Even Point drüber zu kommen, wo ich merke, ich muss gar nichts tun, dass die Angst weniger wird
Und: Ohne zu merken dass ich schon über 20min in dem Aufzug stecke, fließen mir plötzlich die Tränen. Ich denke an die Situation aus der Kindheit. Gleichzeitig ist da ein Gefühl der Erleichterung. Nach 30min beenden wir das Experiment. Mein Puls ist immer noch bei 110, aber ich bin glücklich.
was ich Wahnsinn finde , wie ich merkte , wie mein Körper auf einmal runterfuhr . Das ist unfassbar .
Bereichernd , oder ?
Doch als Dr. Myri mich ermutigt nochmal reinzugehen, ist die Angst für einen Moment sogar größer als vorher. Das sei aber ganz typisch. Nach dieser extremen Erfahrung brauche ich Übung. Die Hoffnung ist aber groß.