Ausbildung geschafft – mit Bestnote. Colin Nolte ist jetzt Malergeselle. Geholfen hat ihm extra Unterricht im Betrieb.
((Colin Nolte, Malergeselle))
Ich habe das grundsätzlich immer in Anspruch genommen, weil es schon eine enorme Hilfe ist, gerade für die Schule. Die Themen werden dort teilweise sehr schnell durchgenommen und da kommt man manchmal gar nicht hinterher.
Immer mehr Jugendlichen würden Grundlagen beim Lesen, Schreiben und Rechnen fehlen, beklagen die Unternehmerverbände Niedersachsen. Betriebe müssten gegensteuern.
((Benedikt Hüppe, Hauptgeschäftsführer Unternehmerverbände Niedersachsen))
Diese Unternehmen stellen tatsächlich teilweise pensionierte Lehrkräfte ein, um die Jugendlichen, die dann bei ihnen in die Ausbildung kommen, erst mal ausbildungsreif zu machen.
Bei temps in Neustadt am Rübenberge gibt es den Unterricht allerdings schon seit 2016. Zunächst für geflüchtete Azubis, heute für alle. Wiederholt wird Berufsschulstoff, geübt wird Fachsprache.
((Veit Duwensee, Geschäftsführer))
Es hat sich gezeigt, dass Deutschkenntnisse das ist das eine, aber die fachtheoretische Sprache, das ist noch mal eine ganz andere Herausforderung.
Azubi Sefar schätzt vor allem das Lerntempo:
((Safer Rasho Shamo Shamo, Auszubildender 3. Lehrjahr))
Wir haben viele Kollegen, die nicht so gut in Deutsch sind und die bringen uns richtig gut bei. In der Schule wird richtig die Themen durchgemacht, aber hier in Ausbildungsplatz machen wir alles in Ruhe.
Zeit und persönliche Betreuung: für den pensionierten Gymnasiallehrer Klaus Birkenhagen der Schlüssel zum Ausbildungserfolg. Gerade für diejenigen, die belastende Schulerfahrungen mitbringen. Einen wachsenden Nachholbedarf beobachtet er hier allerdings nicht.
((Klaus Birkenhagen, Schulungs- und Ausbildungszentrum))
Wir kümmern uns um jeden einzelnen von unseren Leuten und können auch auf die, auf die eingehen. Individuell, und das kann man an der Schule. Können Sie sich vorstellen, wenn da 30, 32 Leute in einer Klasse sitzen? Kann man nicht. Also es würde unheimlich helfen, wenn wenn da natürlich mehr Personal wäre.
Das Kultusministerium verweist heute auf Maßnahmen, die früher ansetzen:
(( Ulrich Schubert, Kultusministerium))
Wir haben Stück für Stück die Unterrichtsstunden pro Woche in der Grundschule erweitert um drei Stunden. Das sind drei Stunden, die gezielt eingesetzt werden sollen für die Basiskompetenz Rechnen, Lesen, Schreiben.
Auch weiterführende Schulen könnten laut Ministerium seit diesem Schuljahr Stunden flexibler verteilen und so gezielt mehr Mathe und Deutsch anbieten.
Im Malereibetrieb haben nach Firmenangaben dieses Jahr 15 von 16 Azubis die Abschlussprüfung bestanden, im Vorjahr alle 22. Zusätzliche Förderung: hier seit Jahren ein bewährtes Konzept.