Nicht nur bei Familien sind Autoreisen in der Sommerzeit sehr beliebt. Ob Nordsee, bayrische Alpen oder eines unserer Nachbarländer – mit dem Auto gibt es viel zu sehen und Reisen können im ganz eigenen Tempo stattfinden. Dabei ist es wichtig, die Sicherheit des Fahrzeugs vor Reiseantritt zu überprüfen. Ob Allwetter-, Ganzjahres- oder Sommerreifen: Die vier Räder (plus Ersatzrad!) müssen einiges aushalten. Die folgenden fünf Checks sind wichtig, um sich ans Reiseziel und wieder nach Hause zu kommen.
Allwetter-, Ganzjahres- oder Sommerreifen?
Zunächst müssen wir einen wichtigen Punkt klären: Welche Art von Reifen ist am Auto? Allwetter- und Ganzjahresreifen erfreuen sich großer Beliebtheit, weil sie nicht im Oktober und April gewechselt werden müssen. Gerade, wenn es im Hochsommer besonders heiß wird, kann das jedoch zum Problem werden, da die Ganzjahres- oder Allwetterreifen nicht für extrem heißen Asphalt ausgelegt sind. Für längere Autofahrten an besonders warmen Tagen empfehlen sich deshalb trotzdem klassische Sommerreifen.
Im Gegensatz zu Winterreifen sind Sommerreifen etwas härter, was an der verwendeten Gummimischung liegt. Sie halten deshalb warmen Temperaturen länger und besser stand und das Profil verformt sich nicht. Der Asphalt kann sich im Sommer schnell auf 50 Grad oder mehr erhitzen, was für Winterreifen wie Ganzjahresreifen zum Problem werden kann. Die tiefen Profilrillen der Sommerreifen leiten Wasser schnell ab und beugen gleichzeitig Aquaplaning vor. Der ADAC gibt wertvolle Tipps, wie sich Fahrer bei Aquaplaning verhalten sollten.
Für einen längeren Sommerurlaub oder einen Road Trip durch warme Reiseländer lohnt es sich also, auf Sommerreifen zu wechseln. Tipps und Tricks dazu, wie PKW-Halter Sommerreifen selbst montieren können, liefert Tuningsuche.
Der Reifendruck muss der Ladung standhalten
Grundsätzlich ist es sinnvoll, den Reifendruck regelmäßig zu kontrollieren. Gerade vor längeren Fahrten gilt es, den Druck zu überprüfen und bei Bedarf Luft nachzufüllen. Der richtige Reifendruck trägt zur Fahrstabilität bei und minimiert das Risiko dafür, dass der Reifen platzt. Wie viel Druck auf den Reifen sein sollte, entnehmen Fahrzeughalter der Betriebsanleitung. Auch im Tankdeckel oder Türholm findet sich diese Information. Den Reifendruck können Halter an jeder Tankstelle messen. Bei Bedarf ist es hier zudem möglich, Luft nachzufüllen. Der ADAC rät zudem dazu, vor Urlaubsreisen den vorgeschriebenen Druck um 0,3 bar zu überschreiten, um die vergleichsweise starke Belastung durch Koffer auszugleichen. Wichtig ist, den Reifendruck immer an kalten Reifen zu messen. Sie sollten dafür rund drei Stunden nicht bewegt worden sein.
Tipp: Bei der Beladung ist darauf zu achten, Koffer und Co. gleichmäßig zu verteilen. Üblicherweise befindet sich der Kofferraum hinten am Auto, sodass das meiste Gewicht ohnehin auf den Hinterrädern lastet. Trotzdem sollte das Gepäck so gelagert sein, dass es kein Übergewicht auf der linken oder rechten Seite gibt. Sonst kann die Unfallgefahr erhöht sein.

Die Profiltiefe messen – Abnutzung frühzeitig erkennen
Wie bereits oben beschrieben, ist die Profiltiefe der Reifen maßgeblich dafür, vor Aquaplaning zu schützen. Nur mit einem ausreichend tiefen Profil haben die Reifen auf der Straße genug Grip. Das beugt Schleudern vor und erhöht die Sicherheit, nicht nur bei längeren Fahrten.
Um die Profiltiefe zu messen, nutzen die meisten Fahrzeughalter eine 1-Euro-Münze. Der goldene Rand der Münze ist drei Millimeter breit und sollte im Reifenprofil verschwinden, wenn die Münze senkrecht hineingesteckt wird. Laut Bußgeldkatalog beträgt die gesetzliche Mindesttiefe für Reifenprofile 1,6 Millimeter. Experten raten allerdings dazu, es nicht so weit kommen zu lassen. Für Sommerreifen gelten drei Millimeter als Minimum, um sicher auf der Straße unterwegs zu sein, bei Winterreifen sind es sogar vier Millimeter. Übrigens: Wer mit Reifen fährt, die die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe unterschreiten, riskiert ein Bußgeld von 60 Euro!
Sichtkontakt aufnehmen und Schäden prüfen lassen
Schlaglöcher, Bordsteinkanten, kleine Steine oder Scherben können Schäden an Reifen verursachen. Jeder Schaden ist ein Risikofaktor und kann dafür sorgen, dass der Reifen platzt. Vor größeren Reisen gilt es also, alle Reifen einem Sichtcheck zu unterziehen. Folgende Beschädigungen sollten dabei erkannt werden:
- Risse
- Blasen
- feststeckende und eingefahrene Fremdkörper wie Scherben und Steine
- Beulen
- einseitiger Abrieb der Lauffläche
Fallen bei der Überprüfung derartige Schäden auf, sollte ein Fachbetrieb ein Auge auf das Fahrzeug werfen. Unter Umständen wird ein Satz neuer Sommerreifen fällig, um auf der geplanten Reise kein Sicherheitsrisiko einzugehen. Bei einseitigem Abrieb ist außerdem eine Achsvermessung ratsam. Diese sollte grundsätzlich Teil der Fahrzeugwartung sein, beispielsweise im Rahmen der Inspektion oder bei einem anderen routinemäßigen Werkstattbesuch. Weitere Informationen zur Inspektion liefert Euromaster.

Wie alt dürfen Sommerreifen sein?
Zugegeben, die meisten Fahrer achten nicht pedantisch auf das Alter ihrer Reifen. Ist das Profil noch in Ordnung und sind keine Schäden erkennbar, fahren sie einfach weiter. Dabei ist es unter Umständen gefährlich, mit Pneus zu fahren, die älter als zehn Jahre sind. Vor einer längeren Fahrt sollten PKW-Halter also nachsehen, wie alt die aufgezogenen Sommerreifen tatsächlich sind. Dazu müssen sie nach dem DOT-Code an der Seitenwand des Reifens suchen. Direkt dahinter steht eine vierstellige Zahl. Die ersten beiden Ziffern stehen für die Kalenderwoche (1 bis 52) und die letzten beiden Ziffern für das Jahr. Hinter dem achtstelligen DOT-Code steht beispielsweise 2119, dann sind die Reifen in der 21. Kalenderwoche des Jahres 2019 hergestellt worden.
Das heißt zwar nicht, dass sie auch schon so lange genutzt werden. Trotzdem ist das Fertigungsdatum relevant, weil es darauf hindeutet, dass das Material langsam etwas älter ist. Durch Materialermüdung kann es zu Schäden und sogar zu einem platzenden Reifen kommen, insbesondere, wenn das Fahrzeug großen Belastungen durch lange Fahrten ausgesetzt ist.
Ersatzrad und Pannenset kontrollieren
Zugegeben, die meisten modernen PKW kommen nicht mehr mit einem vollwertigen Ersatzrad. Ein kleines Notrad oder ein Pannenset sind aber dennoch in jedem Auto zu finden – genauso wie das Warndreieck, die Warnweste und der Erste-Hilfe-Koffer. Vor Reiseantritt gilt es, diese Utensilien auf Existenz und Vollständigkeit zu überprüfen. Dazu gehört auch, das Notrad auf etwaige Schäden zu kontrollieren. Wenn dann auf der Reise etwas passiert, schafft das Auto es mit dem Notrad zumindest bis zur nächsten Werkstatt.
