Wer war nicht alles schon drin. Uschi Glas: „Ein Tag allein mit Uschi Glas. Menschenskinder, ja. Wahnsinn!“ In der BRAVO. Thomas Anders „BRAVO fragt Thomas: Hattest du wirklich einen Nervenzusammenbruch? Hatte ich einen Nervenzusammenbruch? Wann soll das denn gewesen sein?“ Immer schon sensationsliebend, einflussreich und natürlich sehr informativ. Ja, in Sachen sexuelle Aufklärung war die BRAVO für viele Teenies die erste Anlaufstelle - auch für Prominente. Jeannette Biedermann: „Da erwachen Hormone und dann musst du damit klarkommen, wenn du zu Hause nicht so über dieses Thema reden kannst oder Fragen fragen kannst. Da war die BRAVO halt da." Genauer gesagt: Dr. Sommer. Der aber in Wirklichkeit nicht ein Doktor Sommer war - sondern ein ganzes Team. Margit Tetz: „Wir waren sechs Fachleute, Psychologen, Pädagogen, eine Erzieherin. Wir hatten täglich Telefonsprechstunden am Nachmittag, am Abend.“ Dazu dann viel nackte Haut und eine unverblümte Ansprache. Das kam vor allem in den frühen BRAVO-Jahren nicht überall gut an. In der damaligen DDR wurde die BRAVO als typisch westliches Magazin nicht verkauft und kam nur über Umwege in den Osten. Enie van de Meiklokjes: „Meine Freundin Nadine hatte ab und zu mal eine. Und die war geschmuggelt von ihrer Mutter, weil die durfte in den Westen fahren, und bei ihr zu Hause konnte ich die dann angucken.“ Besonders und begehrt - auch wegen der Starposter und News. Im Heft und später auch in der gleichnamigen Musiksendung. Fanta 4: „Seid recht herzlich willkommen zum Fantastischen-Vier-Tagebuch. Hier und nur hier auf BRAVO-TV.“ Fanta 4: „Wenn du es aufs Cover der BRAVO geschafft hast, da war dir die Top Ten auf jeden Fall sicher.“ Und auch internationale Bands waren hoch im Kurs in der Zeitschrift. Oli P.: „Take That – damals Riesenthema, die BRAVO voll. Ich hatte eine Freundin auf der Oberschule. Sie war riesen Robbie-Fan. Und ich weiß noch, damals hat sie dann – sie war richtig am Ende, weil Robbie verlässt Take That.“ Für hysterische Take That-Fans wie Oli P.s Jugendfreundin richtete die BRAVO damals sogar extra eine Telefon-Hotline ein. Margit Tetz: „Wichtig war vor allem, sie anzuhören und diesem ganzen Gefühlsrausch Platz zu geben. Ich erinnere mich, das kam ungefähr zehn Mädchen in der Redaktion gestürmt, alle heulend. Da haben wir sie angehört, sie erzählen lassen, sie weinen lassen." In den 90ern wurden pro Woche regelmäßig mehr als eine Million Exemplare der Zeitschrift verkauft. Heute sind es weniger als 50.000 im Monat. Alexander Klaws: „Die BRAVO war das Tor zum Fan oder auch zum Künstler, was es heutzutage so gar nicht mehr gibt.“ Heute werden Stars eben über andere Wege berühmt und Jugendliche anders informiert. In BRAVO-Erinnerungen schwelgen kommt trotzdem nicht aus der Mode. Die ganze Doku zum 70. Jubiläum gibt es am Sonntag um 20.15 Uhr hier bei RTL und bei RTL plus.