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Wurst-Skandal

Der Wurst-Skandal war die Kontaminierung von Wurstwaren mit Listerien bei Wilke, die zur Listeriose führen können. Mangelnde behördliche Kontrollen standen in der Kritik.

Unter dem Stichwort Wurst-Skandal wird die festgestellte Belastung von Fleisch- und Wurstwaren der hessischen Firma Wilke in Waldeck-Frankenberg mit Listerien verstanden. Diese Bakterien können bei immungeschwächten Personen zu einer Listeriose führen, einer gefährlichen Infektionskrankheit, die tödlich enden kann.

Wie es zum Wurst-Skandal kam

Der Verdacht auf Listerien in den Wurstwaren stammte vom Robert-Koch-Institut und wurde am 16. September 2019 durch Laborbefunde belegt. Laut der Verbraucherschutzorganisation „Foodwatch“ geschah der Rückruf erst am 2. Oktober 2019. Die Ursache des Listerien-Skandals waren gravierende Hygieneprobleme innerhalb der inzwischen geschlossenen Firma und unzureichende Kontrollen. Laut der „Tagesschau“ kam es insgesamt zu drei Todesopfern durch Wurst und Fleischprodukte von Wilke.

Die Hygienemängel der Firma Wilke

Zu den besonders gravierenden Mängeln bei der Fleischfabrik Wilke bei der Kontrolle zählen laut Berichten der Presse Feuchtigkeit, Schimmel, tropfende Decken, nasse Böden, Rost, Kalk und Schmutz. Im Bereich der Schädlinge wurden Mäusekot und Fliegen beanstandet. Bei der Kontrolle wurden Reste von Bockwürsten auf dem Boden gefunden, nachdem dort am Vortag gereinigt worden war. Im Vertrag von Wilke mit einer Reinigungsfirma sollen einige Räume gar nicht enthalten gewesen sein. Sogar die Geräte für die Reinigung seien verdreckt gewesen. Zu den baulichen Mängeln zählten ein Gerüst im Hygienebereich, um die Decke zu stützen, sowie abblätternder Putz und wassergefüllte Löcher im Boden.

Das Versagen der Behörden

Die völlig unzureichenden behördlichen Kontrollen bei der Herstellung der Wurst- und Fleischwaren haben laut der Verbraucherschützer von „Foodwatch“wesentlich zu dem Wurst-Skandal beigetragen. Außerdem wurde von den Behörden zunächst gar nicht aufgeklärt, wo diese Waren unter welchem Markennamen verkauft wurden. So verkauften Aldi Nord, Aldi Süd und Netto mit Listerien belastete Fertigsalate, ohne dass es bekannt wurde. „Foodwatch“ forderte daher unabhängige Landesbehörden: „Statt kommunaler Behörden, die einem permanenten Interessenkonflikt zwischen lokaler Wirtschaftsförderung und unabhängigen Betriebskontrollen ausgesetzt sind, benötigen wir eine politisch unabhängige Landesbehörde, die hessenweit die Kontrollen organisiert“, erklärte die Organisation.