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Diesel-Skandal

Der Diesel-Skandal ging in die Geschichte ein. Hier erfahren Sie, was wirklich geschah, und welche Folgen es für die Verantwortlichen hatte.

Diesel-Skandal

Die Bezeichnung Diesel-Skandal steht für eine Reihe von Enthüllungen über illegale Praktiken von Autoherstellern. Dabei ging es um die Manipulation von Abgaswerten in Dieselautos. Auslöser war die Entdeckung, dass die Volkswagen AG die Motorsteuerung ihrer Autos manipuliert hatte, um auf dem Prüfstand bessere Abgaswerte vorzutäuschen, als tatsächlich vorhanden waren. Zu diesem Zweck hatte Volkswagen eine illegale Abschalteinrichtung in die Motoren integriert.

Der Diesel-Skandal und seine Auswirkungen

Als der Betrug der Volkswagen AG publik wurde, sorgte dies weltweit für Empörung. Besonders in den USA wurden massive Strafen gefordert. VW hatte dort seine Fahrzeuge damit beworben, besonders umweltfreundlich zu sein. Bei der anschließenden Ermittlung drohten dem Konzern Bußgelder von bis zu 18 Milliarden US-Dollar. 2017 bekannte sich VW vor einem amerikanischen Gericht als schuldig. Zu den Vorwürfen, die der Konzern bestätigte, zählten der Verkauf von Waren unter falscher Angabe, Behinderung der Justiz und die Verschwörung zum Betrug. Der Konzern zahlte 2,8 Milliarden US-Dollar Strafe und unterwarf sich für drei Jahre einer externen Aufsicht. Ebenso musste Volkswagen 2 Milliarden US-Dollar in die Errichtung eines Ladesäulennetzwerkes investieren. Mehrere VW-Mitarbeiter wurden verhaftet oder per internationalem Haftbefehl verfolgt.

Welche Fahrzeuge waren vom Diesel-Skandal betroffen?

Zu den vom Abgasskandal betroffenen Fahrzeugen zählten der VW Passat und der VW Jetta. Beim Jetta reichten die tatsächlichen Stickoxidwerte bis zum 35-fachen dessen, was in den USA erlaubt ist. Auch der VW Touareg war mit der Täuscheinrichtung versehen. Neben den Volkswagen-Modellen waren auch der Porsche Cayenne sowie mehrere Audi-Modelle betroffen. Darüber hinaus hatte VW die Technologie auch bei Modellen von Seat und Skoda zum Einsatz gebracht. 2017 wurde bekannt, dass auch Fiat ähnliche Technologien verwendet hatte. So war der Fiat 500X darauf modifiziert, für die Dauer von 22 Minuten falsche Werte vorzugaukeln. Der gesetzlich vorgeschriebene Prüfzyklus dauert 20 Minuten.

Der Diesel-Skandal war kein reines Dieselproblem

Obwohl Öffentlichkeit und Medien von „Dieselgate“ sprachen - in Anlehnung an die Watergate-Affäre während der Amtszeit des amerikanischen Präsidenten Richard Nixon -, waren auch Fahrzeuge mit Benzinmotor betroffen. So hatte VW in Deutschland rund 98.000 manipulierte Autos mit Ottomotor verkauft. Insgesamt rief VW allein in Europa 8,5 Millionen Autos zurück.