Tim Andrews ist der weltweit erste Mensch, dem nach einer Schweineniere eine menschliche Niere implantiert wurde.
Der 67-Jährige hoffte auf ein Wunder. Denn schon lange kämpft er um sein Leben.
„Ich befinde mich seit einigen Jahren im Endstadium einer Niereninsuffizienz.“
Die Nierenschwäche wird bei dem Amerikaner aus New Hampshire durch seine Diabeteserkrankung ausgelöst. Um weiterzuleben, muss er täglich mehrere Stunden zur Dialyse. Dann entscheidet er sich für einen gewagten Eingriff. Im Bostoner Massachusetts General Hospital will er sich eine Schweineniere transplantieren lassen.
„Es gibt einen Mangel an Spenderorganen, mehr als 100.000 Patienten stehen auf der Warteliste, und wir führen nur etwa 25.000 Transplantationen pro Jahr durch. Die Patienten müssen viele Jahre warten, bis sie an die Spitze der Liste gelangen.“
Deswegen entscheidet sich Tim Andrews für die sogenannte Xenotransplantation, die im Januar 2025 durchgeführt wird.
„Nach der ersten Transplantation wollte ich dabei sein, man sieht das Licht am Ende des Tunnels, man weiß, dass man nicht mehr in der Dunkelheit ist.“
Doch nach der Transplantation dann der herbe Rückschlag. Nach 271 Tagen muss die Schweineniere wieder entfernt werden. Wieder muss er zur Dialyse.
„Ich dachte nur: ‚Da bin ich wieder.‘ Ich kann nicht laufen, ich möchte den ganzen Tag schlafen, mir ist ständig übel. [Die Dialyse] ist eine Belastung für den Körper und die Psyche.“
Rund ein Jahr später bekommt der 67-Jährige die Chance, als erster Mensch nach einer Xenotransplantation eine menschliche Niere zu erhalten. Und dieses Mal verläuft alles gut.
Mit seiner Geschichte will Tim Andrews nun andere dazu ermutigen, Organspender zu werden. Außerdem hofft er, dass die Xenotransplantation vermehrt als Brücke zu einer weiteren Behandlung dient. So wie bei ihm!