Merle Upmann-Schiller, Reporterin
Ja, und ich spreche jetzt mit Thomas Pfleiderer. Er ist der Opferschutzbeauftragte des Landes Niedersachsen. Herr Pfleiderer, Sie haben ja gerade Ihren Tätigkeitsbericht für die Jahre 2000 2524 vorgestellt. Als allererste Frage Wie steht es um den Opferschutz in Niedersachsen? Und vor allen Dingen Wie wird er angenommen?
((Thomas Pfleiderer, Landesbeauftragter für Opferschutz))
Also es steht sehr gut um den Opferschutz in Niedersachsen. Das muss sich das Land mal ausdrücklich loben. Wir gehören mit zu den führenden Ländern im Bereich des Opferschutzes schon seit vielen Jahren. Wir haben seit 25 Jahren die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen, und seither hat sich der Opferschutz in Niedersachsen noch ständig verbessert. Und wir stehen wirklich gut da.
((Merle Upmann-Schiller, Reporterin))
Und dennoch muss man ja auch mal auf die Zahlen schauen. Gewalt gegen Frauen zum Beispiel. Da stagnieren die Zahlen. Und Sie haben ja auch gesagt, dass es beim Opferschutz zum Beispiel Stellen gibt, wo man noch nachschrauben kann. Welche sind das denn?
((Thomas Pfleiderer, Landesbeauftragter für Opferschutz))
Da geht es vor allen Dingen um die Traumaambulanzen, die manchmal nicht zufrieden laufen. Aber im Großen und Ganzen ja. Aber es geht auch um die Schnelligkeit in der Bearbeitung von Ansprüchen von Gewaltopfern. Das könnte etwas zügiger gehen.
((Merle Upmann-Schiller, Reporterin))
Jetzt ist es ja so, dass sich viele Opfer ja auch erst an die Polizei wenden. Sie haben ja gerade auch gesagt, dass Sie sich da auch ein bisschen mehr Tätigkeit von der Polizei wünschen. Vielleicht, dass da nach ein paar Wochen noch mal nachgefragt wird, Wie kann das gehandelt werden bei vielleicht Personalmangel oder auch der geringen Zeit?
((Thomas Pfleiderer, Landesbeauftragter für Opferschutz))
Ja, das ist eine eine Aufgabe, Das müssen wir bewältigen. Und ich bin da auch guten Mutes, dass das weiter und schneller geht.
((Merle Upmann-Schiller, Reporterin))
Als letztes möchte ich mit Ihnen jetzt noch mal auf dieses Jahr schauen, auf Stade. Sie haben gesagt, Sie waren gut vorbereitet auf diese Lage. Und dennoch haben Sie auch gesagt, dass Hinterbliebene manchmal alleine dastehen, nachdem sie vom Opferschutz betreut wurden. Was genau meinen Sie denn da? Und wie kann man da vielleicht auch noch ein bisschen weiter nachgehen?
((Thomas Pfleiderer, Landesbeauftragter für Opferschutz))
Ja, am besten wäre so ein Gewaltopfer, ein Hinterbliebener hätte jemanden an der Hand, der ihn ständig unterstützen würde. Und das ist leider nicht der Fall. Es müssen die Leute von sich aus tätig werden und Anträge stellen und mit den Krankenkassen, Unfallkassen und und dem Landessozialamt ihre Ansprüche absprechen. Und das ist eine mühsame und belastende Angelegenheit.
((Merle Upmann-Schiller, Reporterin))
Fühlen Sie sich denn aber jetzt auch für Großschadenseinsätze, wie man es nennt, dann auch gut vorbereitet in der Zukunft?
((Thomas Pfleiderer, Landesbeauftragter für Opferschutz))
Ja, also wir haben in der Vergangenheit verschiedene Pläne aufgestellt für verschiedene Szenarien und jetzt auch durch die Ereignisse in anderen Bundesländern, können wir schauen, wie die das gemacht haben. Und ich glaube, für ein Ereignis, ein solches Ereignis, das hoffentlich nicht passiert, sind wir gut aufgestellt.
((Merle Upmann-Schiller, Reporterin))
Ja, das sagt der Opferschutzbeauftragte des Landes Niedersachsen. Vielen Dank für das Gespräch.
((Thomas Pfleiderer, Landesbeauftragter für Opferschutz))
Gerne.