Die neue Riester Rente soll vor allem einfacher werden. Wie? Zunächst soll die staatliche Förderung so aussehen: „Beitragsproportional, das heißt also für die ersten 360€ die ich aus dem eigenen Portemonnaie spare, bekomme ich 50Cent pro Euro, also insgesamt 180€ obendrauf." Ab 361 Euro bis 1.800 Euro gibt es dann 25 Cent pro Euro dazu. So kann man pro Jahr bis zu 540€ Zuschüsse bekommen. Alles darüber hinaus wird nicht zusätzlich vom Staat gefördert. Geringverdiener und Familien profitieren besonders, weil im Gegensatz zu vorher schon kleine Beträge Zuschüsse bringen.
Außerdem gibt es ab einem Sparbetrag von nur 25 Euro im Monat die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Kind und Jahr. Und: Selbstständige sollen künftig einfacher staatliche Förderung bekommen und gleichberechtigt am System teilnehmen können. Künftig soll das System flexibler werden, damit Sparer mehr Chancen auf höhere Renditen haben. Die Möglichkeiten: „In Garantieprodukte zu investieren. Bei den Garantieprodukten gibt es die 100%ige Garantie oder eine 80%igen Garantie. Aber es gibt auch Produkte ohne Garantie."
Dafür fließt alles oder ein Teil des Geldes in Fonds oder ETFs – mit entsprechendem Risiko. Die alte Riester-Rente bleibt bestehen, wenn man möchte. Hier betont Thomas Hentschel: „Kündigen ist immer die schlechteste Option. Kündigen bedeutet nämlich, dass ich sämtliche Förderungen, Zulagen und Steuerersparnisse, die ich je bekommen habe, zurückzahlen muss."
Das kann Einbußen von mehreren Tausend Euro bedeuten. Also: Vertrag behalten, pausieren oder wechseln. „Die Aktivität beschränkt sich jetzt nicht auf den Stichtag der Einführung, die Möglichkeit besteht immer."
Die Wechselkosten vom alten Riester-Vertrag auf das neue Reformprodukt sind laut Gesetzesentwurf auf 50 bis höchstens 150 Euro begrenzt. Trotzdem rät der Experte dazu, nichts zu überstürzen. Der Bundesrat muss dem Reformgesetz noch zustimmen, voraussichtlich am 8.Mai 2026, bevor es endgültig in Kraft tritt.