Das Frühlingswetter freut nicht jedenWetterfühlig? Dr. Specht verrät, was ihr gegen die Symptome tun könnt!
Das Frühlingswetter ist launisch!
Während mittags noch strahlender Sonnenschein herrscht, regnet es keine zwei Stunden später in Strömen, es ist windig und kalt. Dieses Wechselwetter belastet jedoch nicht nur die Nerven, sondern auch den Körper. Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit sind die Folge. Grund dafür ist die sogenannte Wetterfühligkeit. Wie diese entsteht und welche Symptome genau auftreten können, erklärt der Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht im Video oben.
Kopfschmerzen durch Wetterumschwung? Warum der Körper auf Temperaturschwankungen reagiert
„Als Menschen gehören wir ja zu den gleichwarmen Säugetieren, also die, die versuchen, immer die Körpertemperatur gleich zu halten, im Gegensatz zu den Reptilien”, erklärt Dr. Specht im RTL-Gespräch. Unser Körper versucht stets, eine Temperatur von rund 37 Grad zu halten. Wechselwetter erfordert daher dauerhaftes Nachjustieren, so Dr. Specht.
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„Morgens, wenn es kalt ist, dann stellen sich die Gefäße eng, damit eben nicht so viel Wärme verloren geht nach außen, und am Mittag in der Sonne ist es genau das Gegenteil. Da ist es warm, die Gefäße stellen sich weit, damit sie möglichst viel Wärme verlieren”, erläutert der Arzt die Folgen von Temperaturschwankungen im Körper. Diese ständige Anpassung stellt für den Kreislauf eine Belastung dar, die lästige Beschwerden nach sich ziehen kann.
Krank oder nicht? Das sind die Symptome von Wetterfühligkeit
„Klassische Symptome bei Wetterfühligkeit sind Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen”, so Dr. Specht. Allerdings handelt es sich hierbei um Beschwerden, „die bei eigentlich gesunden Menschen, aber bei Wetterumschwüngen auftreten können”, so der Experte.
Wer hingegen besonders wetterempfindlich ist, spürt deutlich stärkere Erkrankungssymptome. „Da sind es dann Symptome wie zum Beispiel verstärkte Gelenkschmerzen, rheumatische Beschwerden, die sich verstärken”, erklärt der Arzt. Auch Migräne-Patienten, die wetterfühlig sind, können bei häufigen Wetterumschwüngen ein höheres Anfallrisiko haben.
Dr. Specht betont jedoch, dass auch die Psyche einen großen Einfluss auf die Ausprägung der Symptome haben kann. Welcher Zusammenhang zwischen Psyche und Wetterfühligkeit besteht, erklärt der Arzt im Video oben.
Empfindlich bei Temperaturschwankungen? Was ihr gegen Wetterfühligkeit tun könnt
Wenn man das Gefühl hat, besonders anfällig für Wetterumschwünge zu sein und sich oft wetterfühlig fühlt – was sollte man dann tun? Sich dem Ganzen aussetzen, rät Dr. Specht in einem früheren RTL-Interview. Sein Tipp lautet daher: Geht raus an die frische Luft!
Vor allem, wer unter psychischen Beschwerden und Abgeschlagenheit leidet, sollte einen Spaziergang draußen wagen. Der Arzt erklärt: „Wenn man sich selbst bei trübem Wetter aufgerafft hat, hat man hinterher eine ganz andere Stimmung als vorher. Die Bewegung und die frische Luft tun einfach gut und heben unsere Stimmung. Man muss einfach da durch und den inneren Schweinehund überwinden.”
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Ansonsten empfiehlt Specht, den Umgang mit dem Temperaturwechsel zu trainieren: „Wir können dem Körper angewöhnen, damit umzugehen. Natürlich sollte man nicht plötzlich nackig draußen rumlaufen. Aber man muss auch nicht immer total eingepackt sein.”

Der Mediziner verweist zudem auf die Relevanz von Vitamin D: „Im Herbst haben wir noch ganz viel Vitamin D vom Sommer im Körper. Das wird dann gespeichert, ist jedoch gegen Dezember meist aufgebraucht. Im Frühling ist die UV-Strahlung in unseren Breitengraden oft nicht kräftig genug, wir haben zu wenig Licht.“ Daher könne es helfen, Vitamin D zu supplementieren.
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Aber: „Man sollte dabei immer wissen, wie hoch das eigene Level ist und das beim Arzt bestimmen lassen.“ Und sobald es wieder regelmäßiger sonniger ist, produziere der Körper die notwendige Menge ganz schnell wieder von alleine.
Übrigens: Mit der Ernährung könne man nicht gezielt der Wetterfühligkeit entgegensteuern. „Es gilt das, was eigentlich immer gilt: Sport hilft, sich abzuhärten, rauszugehen, sich gesund zu ernähren, mit vielen Ballaststoffen und viel Obst und Gemüse und wenig Fleisch”, so der Arzt.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche



