Wie bei Cameron Diaz (53)Was macht es mit einem Kind, eine „alte“ Mutter zu haben?

Oma und Enkel
Späte Mutterschaft wird in der Gesellschaft zum Teil kritisch beäugt (Symbolbild)

Ein Kind mit über 50 Jahren – ist das nicht viel zu spät?
Janet Jackson (59) wurde mit 50 zum ersten Mal Mama, Fernseh-Moderatorin Caroline Beil (59) mit 50 zum zweiten Mal. Und Cameron Diaz freut sich mit 53 Jahren über Kind Nummer drei. Wer spät Kinder bekommt, muss sich so mit so manchen kritischen Fragen oder Kommentaren rumschlagen. Ganz vorne mit dabei: Welches Kind will schon alte Eltern haben? Doch ist das wirklich so schlimm? Wir haben eine Expertin gefragt!

Wie ist es für ein Kind, eine „alte“ Mutter zu haben?

Es ist DIE Baby-Überraschung schlechthin! Cameron Diaz und Benji Madden (47) sind erneut Eltern geworden. Bei Instagram verkündeten sie am Montag (4. Mai) die Geburt und den außergewöhnlichen Namen ihres Sohnes: Der kleine Mann heißt Nautas. Für die beiden Hollywood-Stars ist es nach Töchterchen Raddix (6) und Söhnchen Cardinal (2) Kind Nummer drei.

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Die Entscheidung, in diesem Alter (noch) ein Kind zu bekommen, wird von manchen als „Idiotie“ bezeichnet, oder es werden Bedenken hinsichtlich der Zukunft des Kindes geäußert, da es später einmal ohne beide Elternteile aufwachsen könnte. Doch was bedeutet es für ein Kind überhaupt, eine etwas ältere Mama zu haben?

Die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Sabine Werner-Kopsch sagt dazu im RTL-Interview: Das Alter der Mutter spielt eine weniger wichtige Rolle in der Erziehung, als man denken mag. „Für ein Kind ist das Alter der Mutter erst einmal ohne Bedeutung. Viel wichtiger ist die Versorgung mit Zuwendung, Liebe, Nahrung und Schutz. Je älter ein Kind wird, umso mehr erweitert es den Blick nach außen. Was machen andere Kinder? Wie leben andere Kinder? Wenn das häusliche Umfeld jedoch stimmt, bekommen diese vergleichenden Fragen eine untergeordnete Bedeutung“, so die Psychotherapeutin.

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Diese Fragen stellen sich für sehr viele Kinder spätestens mit der Pubertät, führt Werner-Kopsch aus. „Dann kommt es vor allem darauf an, wie belastbar die Verbindung der Eltern mit dem Kind ist und weniger auf den Altersunterschied. Die wichtigste Frage wird sich auf die Einstellung zum Leben beziehen, da sich die meisten Kinder ein gesellschaftsadäquates Elternhaus wünschen. Dieses ist jedoch nicht zwangsläufig nur vom Alter der Eltern abhängig.“

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Wie gehen Kinder mit dem Gedanken um, ihre Eltern möglicherweise früh zu verlieren?

Auch wenn es statistisch naheliegend sein mag, ist keineswegs gesagt, dass das Kind im individuellen Fall die Eltern früher verlieren wird, als dies bei anderen Kindern der Fall ist“, sagt Werner-Kopsch. „Deshalb kommt es natürlich auf die individuelle Situation an. Es ist für jedes Kind eine Herausforderung, wenn die Mutter ernsthaft erkrankt, ein Pflegefall wird oder sogar verstirbt.“ Das komme aber leider auch bei jüngeren Müttern vor.

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„Bis ungefähr zum siebten Lebensjahr haben Kinder keine echte Vorstellung zum Thema Tod und auch danach ist dieses Thema üblicherweise nicht Teil regelmäßiger Gedanken. Es ist wichtig, dass Kinder in einem solchen Fall besonders unterstützt werden, damit sie die Möglichkeit bekommen, diese fundamentale Erfahrung zu verarbeiten.“

Ist für euch das Alter eurer Mutter wichtig?

Wie wirkt es sich aus, wenn die eigene Mutter bestimmte Meilensteine nicht mehr miterlebt?

Doch was heißt es für ein Kind, wenn die Mama vielleicht nicht beim Abiball dabei sein wird oder bei der Geburt der Enkelkinder keine Tipps geben kann?

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„Es ist ein allgemeiner Umstand, dass in unserer Gesellschaft häufiger Kinder später geboren werden. Deshalb kommt es auch immer wieder vor, dass solche ‘Meilensteine’ nicht immer mit den Eltern geteilt werden können“, erklärt Werner-Kopsch. „Es gibt auch ‘Kinder’, die gerne ohne die Eltern den Abiball besuchen. Dennoch kann sich jede Tochter und jeder Sohn über eine intakte Beziehung zur eigenen Mutter beim Erlebnis solcher Meilensteine glücklich schätzen.“

Denn ganz gleich wie groß der Altersunterschied sei, sei das keineswegs selbstverständlich. (jbü/tma)

Anmerkung: Dieser Artikel erschien erstmals im Juni 2020 auf RTL.de.